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»Agaetis Byrjun«
[PIAS / Connected]
Text: Autor unbekannt
Jedem seine Meinung, aber da sehe ich doch Missverständnisse hervorlugen. Den Sound der Band in einen wie auch immer gerechtfertigten Kontext zur Esoterik zu setzen, lässt, glaube ich, doch außen vor, wer wo welche Musik macht. Würde die Band aus Beverungen kommen, ein hippieeskes Outfit tragen und im durch Räucherstäbchen vernebelten Backstageraum vor dem Auftritt meditieren, nun gut, dann würde ich den Ansatz der Kritik sehen - und müsste mich angesichts der Musik zurücknehmen: Musik der Marke peinlichste Lieblingsmusik wär’ das dann wohl. Ist es aber nicht, denn sie kommen nun mal von einer Insel, die so weit draußen ist, dass der Gesang der Buckelwale wahrscheinlich als Morgenwecker (der angenehmen Sorte) dient.
Wir haben es hier mit einer Natürlichkeit zu tun, die vielleicht wirklich nicht aufgeklärt ist, aber muss man dann mit Kriterien agieren, die beim durchschnittlichen Songwriter auch nicht angesetzt werden? Wenn dieser zum hundertsten Mal über Einsamkeit und Gott quäkt, kann es ja trotzdem - rein klanglich - Spaß machen.
Zugegeben, jetzt begebe ich, der als Verfechter von Issue-Sounds bekannt ist, mich auf dünnes Eis. Aber: wir verstehen hier zwar, wie von dir angeführt, kein Wort - können jedoch eine Stimmung aufnehmen, und die erzählt erst mal nichts von esoterischem Überbau, sondern zeugt von einem tiefgehenden Verständnis für Emotionalität. Musik, die - im Gegensatz zu vielen anderen - mit Gitarren nicht in der Mission des Protzens unterwegs ist. Sigur Rós spielen sich mit einer Selbstverständlichkeit durch die Sinuskurve droniger Soundscapes, die uns viel von Introvertiertheit, Zurückhaltung und Nachdenklichkeit erzählt. Wo da der Link zum Audi-Spot sein soll - ich hör’ ihn nicht, könnte mir höchstens einen heulenden Autofahrer vorstellen, der neben dem auf den Baum gesetzten Wrack sitzt und seine toten Mitfahrer rauszieht: Gurtwerbung sozusagen. Denn, ganz banal gesprochen, musizieren die Isländer hier über das Auf und Ab des Lebens - trivial, aber so what. Ja, es sind epische, durchdachte Songs voller Tiefe - und doch sind sie wahr. Vielleicht müsstest du sie einmal live gesehen haben oder gar - wie ich - einen misslungenen Kommunikationsversuch erlebt haben, um die Echtheit, die Greifbarkeit der hier vermittelten Gefühle zu verstehen. Ein hereingefallener
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