BEWERTEN
 

A Guy Called Gerald

»Essence«

[Studio K7 / Zomba / VÖ: 14.08.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Dieser Mann ist schon lange im Geschäft. Bereits 1989 sorgte er mit Teenhymnen wie “Hot Lemonade” für seinen Beitrag zur englischen Rave-/Clubszene. Damals war sein Sound noch recht Lo-fi, kindliche Melodien knatterten fröhlich aus der Beatbox. Und wie bei älter werdenden Musikern nicht mal unüblich, konsolidierte er sich und sein Sounduniversum entlang der Pfade Drum’n’Bass und seriöser Maturität. Das heißt: mehr Rhythmik, “erwachsenere” Sounds, höhere Komplexität. Schon bei “Black Secret Technology” von 1996 war er bei softem D’n’B in der Nachbarschaft von z. B. LTJ Bukem angelangt.

Viele Flächen, spacige Intros, atmosphärisches Gefrickel. “Essence” ist nun noch mehr Hightech, soundmäßig stimmt da jede Note. Totale Perfektion. Wendy Page und Louise Rhodes geben den Stücken als Gastsängerinnen elegante Melancholie. “Beaches & Deserts” ist eine klasse D’n’B-Ballade, bei der gewagt wurde, die Sweetness konsequent zu Ende zu denken. Als einziges Manko kann vielleicht der fehlende “Dreck” gewertet werden. Hardcore-Drum’n’Bass’lern dürfte die Platte doch zu soft sein; sie muss deshalb eigentlich unter “Pop” verbucht werden.



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