BEWERTEN
 

Matthias Schröder

»God is a DJ. Gespräche mit Popmusikern über Religion«

[Aussaat, 224 S., DM 19,90]

Text: Autor unbekannt

Es ist zumeist nicht sehr erbaulich gewesen, was einige Christusanhänger bisher über Pop - respektive Rockmusik - schrieben. Da wurde gern einmal Led Zeppelins “Stairway To Heaven” rückwärts gehört und Black Sabbath vorwärts. Ziel der Exegese: die eindringliche Warnung vor dem Sündenfall durch “versteckte” (?) satanische Botschaften. Wodurch denn zugleich bewiesen war, dass der Beelzebub ein musikalischer Verführer ist. Sympathie For The Devil? Nein. Die Jugend sollte natürlich vor den Songs des Pferdefüßers bewahrt werden. Deshalb diese Druckerzeugnisse, die niemand lesen wollte. Bei Matthias Schröder findet dieser Spuk (gottlob) nicht statt.

Gott ist ein Plattenaufleger. Aber was denken nun Musiker über Kirche und Religion, welche Lebensentwürfe sind ihnen ansonsten wichtig? “Nun sag, wie hast du es mit der Religion?” Die Gretchenfrage, mal klug und überlegt beantwortet (von z. B. Tom Liwa, Sven Regener, Mazi Jazz oder auch Moby), von einigen wenigen aber auch peinlich und hohl, da sie sich ans Thema ranschmeißen, ohne wirklich eine Sekunde nachzudenken. Allen voran Tilman Rossmy, der auf einem LSD-Trip gemerkt haben will, dass die Bibel “irgendwie in unseren Genen ist”. Gelesen hat er sie jedoch nicht ... Diesen Interviewband sollte man indes unbedingt lesen!



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aus Intro #77 (September 2000)
 
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