BEWERTEN
 

Nocturnal Emissions

»Futurist Antiquarianism«

[Soleilmoon / Triton / Hausmusik]

Text: Autor unbekannt

Nocturnal Emissions sind ja so ein bisschen die Hassliebe von mir. Ich halte dem Projekt von Nigel Ayers nach wie vor zugute, 1983 mit “Drowning In A Sea Of Bliss” das vielleicht beste Noise-Album aller Zeiten gemacht zu haben. Danach kam noch die ein oder andere gute Platte, aber spätestens, als auch Ayers ultralimitierte und ultrateure Veröffentlichungen als schnelle Einnahmequelle entdeckt hatte, habe ich mich ausgeklinkt. “Futurist Antiquarianism” zeigt Ayers auf der Suche nach einer neuen musikalischen Formensprache. Nur leider gibt es diese Formensprache längst: Sie heißt Drum&Bass, und es gibt hier weiß Gott berufenere Produzenten als einen alternden Industrial-Veteranen, der seinen Höhepunkt Anfang der 80er hatte.

Einer ganz anderen Generation entstammt der Berliner Andreas Berthling. Seine 24-minütige Mini-CD erscheint im klaren CD-Case mit ins Plastik eingestanzten Tracktiteln und einem Drahtgitter als Booklet-Ersatz. Die Tracks, die auf so schöne Namen wie “Graudenzer”, “Wedekind” oder “Harzer” hören, sind abstrakte DigiTech-Kompositionen, nicht allzu weit entfernt von den Forschungsfeldern der Wiener Mego-Leute. Fein für Leute mit ganz extremen Hörgewohnheiten.



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