BEWERTEN
 

ROAD TRIP

»USA 2000«

[R: Todd Philips; D: Sean William Scott, Amy Smart, DJ Qualls, Tom Green u. a.; 24.08.]

Text: Autor unbekannt

Wann ist ein Seitensprung mit Betrug gleichzusetzen? Man mag darüber streiten, ob es mit den Postleitzahlen der Gebiete, in denen sich die beiden Partner momentan aufhalten, zusammenhängt. Auch sieben Bier zu viel mögen für manchen eine gelungene Entschuldigung sein, schließlich hat ja nichts wirklich stattgefunden, sofern man sich nicht mehr daran erinnern kann. Aber wenn versehentlich ein Videoband mit dem letzten One-Night-Stand an die Freundin geschickt wird, obwohl eine persönliche Liebesbekundung mit der Klampfe geplant war, kann keine Ausrede gut genug sein. Deshalb muss unser Protagonist Josh (Todd Philips) schnellstens von Ithaka, New York nach Austin (nicht Boston!), Texas, um das Band abzufangen und die Distanzbeziehung zu seiner Jugendliebe Tiffany zu retten.

Flankiert von zwei Freunden sowie dem unbeliebten Kerl, dem das Auto gehört, tritt er seinen persönlichen Road Trip an, sehr zum Gefallen eines Publikums, das die Hoffnung auf eine College-Komödie jenseits von “American Pie” noch nicht aufgegeben hat. MTV-Hackfresse Tom Green bekehrt als zuweilen sehr subjektiver Erzähler der Geschichte alle Plattitüden-Hasser schon nach wenigen Minuten mit seinem Anarcho-Humor; und auch DJ Qualls als der bemitleidenswerte Außenseiter und Autobesitzer Kyle rechtfertigt jede Sex-Zote, die man sich denken kann. Nicht dass hier der Witz neu definiert würde, aber es ist eine Wonne zu erleben, wie ironisch der Film mit sich selbst und dem typischen Grobian-Komödien-Fan umgeht. Er kann es sich leisten, denn durch die großartige Besetzung und die pointiert gefilmte Story werden Scherze, die man vielleicht meint, zur Genüge ertragen zu haben, hier erstmals wirklich komisch. Gemessen an der Meute ist “Road Trip” einfach das entscheidende bisschen lustiger, bizarrer und frischer. Und auf dem Soundtrack finden sich neben Dreamworks-Interpreten wie den Eels und Buckcherry auch Ween und Jon Spencer zu einem Stelldichein zusammen. Ergo: Dreamworks stehen nicht nur für gute Musik.



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