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»USA 1999«
[R: Mary Harron; D: Christian Bale, Willem Dafoe, Reese Witherspoon, Chloë Sevigny u. a.; 07.09.]
Text: Autor unbekannt
Die Verfilmung von Bret Easton Ellis’ 1991 erschienenem, kontrovers diskutiertem Roman “American Psycho” über einen unmoralischen “serial-killing yuppie” zog sich fast über zehn Jahre hin. Vor Mary Harron, die erst ‘96 ins Spiel kam, nachdem die beiden Produzenten Edward R. Pressman und Chris Hanley - die sich bereits ‘92 die Filmrechte an Ellis’ Buch sichern konnten - “I Shot Andy Warhol” sahen, war anfangs vor allem David Cronenberg als Regisseur im Gespräch. Der lehnte zwar ab, empfahl aber Norman Snyder als Drehbuchautor (“Dead Ringers”), der bereits ‘93 einen ersten Entwurf vorlegte.
Mary Harrons Traumbesetzung für Patrick Bateman hieß von Anfang an Christian Bale, doch leider präferierte die Produktionsfirma Lions Gate den nach “Titanic” hoch im Kurs stehenden Jungstar Leonardo DiCaprio. Harron stieg aus dem Projekt aus und kehrte erst zurück, als DiCaprio die Rolle aus Image-Gründen ablehnte und lieber “The Beach” drehte. 1999 begannen dann die eigentlichen Dreharbeiten mit Bale als Bateman.
Wie so viele Buchverfilmungen entpuppt sich auch “American Psycho” als recht lahme, streckenweise sogar sehr ärgerliche Angelegenheit, was nicht nur mit der Abwesenheit der von Ellis im Buch episch ausgewalzten exzessiven Gewalt zu tun hat. Um in den USA noch ein R-Rating zu bekommen, musste zwar eine Passage herausgeschnitten werden, bei der handelte es sich aber nur um eine Sexszene, die komischerweise deutlich Kubricks “Clockwork Orange” zitiert. Natürlich hätte man sich in Harrons Film etwas mehr Gewalt gewünscht, das Hauptproblem ist aber ein ganz anderes: denn aus dem an sich bierernsten Buch von Ellis, das erst durch die extreme Überzeichnung des Yuppie-Milieus zur Satire wird, machte man eine alberne Horror-Komödie, die die Romanvorlage vor allem in der zweiten Hälfte völlig verfälscht und sich selbst dabei der Lächerlichkeit preisgibt. Dazu trägt auch Grimassenschneider Christian Bale bei, der sich hier als eine Art Jim Carey für Erwachsene zu profilieren versucht und dabei noch nicht mal ansatzweise die bizarre Bedrohlichkeit der Buchfigur nachvollziehbar macht. John Cale liefert dazu ein uninspiriertes, überwiegend völlig unpassendes Gedudel ab. Und dabei gab es bereits 1979 in Form von Abel Ferraras Regiedebüt “Driller Killer” eine ganz hervorragende “Verfilmung” von “American Psycho”, die man wohl trotz eines komplett anderen Milieus als deutliche Blaupause von Ellis’ Werk ansehen muss.
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