BEWERTEN
 

Rowland S. Howard

»Teenage Snuff Film«

[Cooking Vinyl / Indigo / VÖ: 26.06.2000 ]

Text: Autor unbekannt

“Sometimes it’s hard to get things straight”, singt der alte Australier auf dem hoffnungslos kriechenden “Breakdown (And Then ...)”. “Gerade” ist Rowland S. Howards Weg in den vergangenen Jahrzehnten nicht verlaufen. Zunächst gründete er mit Nick Cave die legendären Birthday Party und kultivierte den Swamp Punk. In den Achtzigern war er musikalischer Kopf von Crime & The City Solution und These Immortal Souls, mit denen er 1992 sein letztes Lebenszeichen produzierte. So ganz ist er diese bluesige Krach-Attitüde nie wieder losgeworden. Doch Drogen warfen Howard total aus der Bahn. Acht Jahre später erscheint mit “Teenage Snuff Film” nun sein erstes Solo-Album.

Wenn Howard auch weiterhin vor allem durch seine supercool-sonore Stimme und das Slide- und Feedback-Gitarrenspiel klar nach dieser längst vergangenen Dekade klingt, so beinhaltet “Teenage Snuff Film” auch durchaus neue Seiten wie das Calexico-artige “Dead Radio” oder das schon beinahe technoid repetetive “Exit Everything”. Letztlich sorgen aber auch seine beiden Mitstreiter Brian Hooper (Kim Salmon, Beasts Of Bourbon) und Mick Harvey (Bad Seeds) sowie diverse Gäste für diesen einmalig bohemian Untergangs-Soundtrack. Spätestens bei der Idol-Coverversion “White Wedding” fühlt man sie wieder par excellence, diese Howard’sche Energie der erwünschten Verzweiflung. Bobby Gillespie von Primal Scream hat mal über ihn gesagt: “If I was a girl I’d fuck him!” Zehn Songs wie eine übermächtige Gefühlslawine.



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