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Bulbul

»Bulbul«

[Trost / Hausmusik]

Text: Autor unbekannt

Zuerst war Bulbul lediglich Manfred Engelmayr aus Wels, Österreich. Nachdem sein Frühwerk neben melvinesken Gitarrenquälereien stark von verschiedenen Samplingverfahren und dem Gebrauch von Staubsaugern gekennzeichnet war und solcherart verschiedenen Verfahren des Solistentums Rechnung trug, erweiterte Engelmayr nun seine Möglichkeiten und verstärkte Bulbul unlängst um Schlagzeuger und Bassisten. Hi Rock-Trio. Selbstverständlich bleiben Bulbul den Melvins geschmacklich verbunden, aber in ihrer Musik könnte sich mittlerweile Captain Beefheart ebenso wieder finden wie Jesus Lizard und Ennio Morricone.

Von “Eli Lilly”, bei dessen Inspiration Crover und Osborne noch recht deutlich Pate standen, über den von humorigen Hörnern flankierten Shellac-Groove von “Friend Frenzied Parallala” zu Reminiszenzen an die eigene Vergangenheit (“Hugh Williams”), zu bizarrem Bluesrock (“Oh Jetzt Feuer”) und letztlich zu soundtrackigen Instrumentals spannen sie den Bogen, generieren ohne Prätention und gleichzeitig erfreulich gewitzt eine verschrobene eigene Form von Rock. Hits wie “Fahrerin Honey” und “It’s Not You And It’s Not Your Bike” gleiten zwar dank der nicht eben metallisch-fetten, eher etwas spröden Produktion nicht gerade wie mit Vaseline ins Ohr, sind allerdings genau deshalb auch ein dauerhafteres Vergnügen - oder nennt man so was heute nachhaltig? Egal. Eine ausnehmend gelungene Überraschung.



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