BEWERTEN
 

Achim Greser

»Der Führer privat«

[Edition Tiamat, 96 S., DM 29,80]

Text: Autor unbekannt

Hitler und Stalin, niemand wird regelmäßiger verachtet – zumindest im Fragebogen der FAZ. Eine etwas andere, respektlosere Sicht auf die beiden Bösewichter hat der FAZ- und Titanic-Zeichner Achim Greser in den 42 Zeichnung aus “Der Führer privat”. Ein Beispiel: Adolf und Josef sitzen auf einem Steg an einem idyllischen See. Ein offensichtlich bekiffter Adolf hält dem schmollenden Josef einen arg überdimensionierten Joint hin und spricht: “Wie sollen wir denn auf eine Ebene kommen, Josef, wenn du nie mitziehst?” So viel zum inoffiziellen Teil des Hitler-Stalin-Paktes, dessen Ende jedem bekannt sein dürfte. Nun stellt sich aber – wie immer, wenn es um die satirische Aufarbeitung der Person Hitler geht – die unvermeidliche Frage: Darf über Hitler gelacht werden, ist Adolf eine Witzfigur? Oder verhöhnt man mit jedem Schmunzler seine Opfer, wird gar selbst zum Nazi.

Eine schwere Last, die Wiglaf Droste im (am 20. April geschriebenen!) Nachwort vom grübelnden Betrachter nimmt: “Hitlers Lächerlichkeit blamiert eben nicht seine Opfer, sondern im Gegenteil die Millionen von Hitler-Anhängern.” Und tatsächlich wirkt Gresers Hitler allein durch die Darstellung als Spießer lächerlich. Ein Ebenbild all jener Faschisten also, die noch heute als “gutbürgerlich” gelten und die hier sicherlich nichts zu lachen haben werden!



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aus Intro #77 (September 2000)
 
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