Lydia Lunch
»Parodoxie. Tagebuch eines Raubtiers«
Text: Autor unbekannt
“Männer, ein Mann, mein Vater, haben mich so verkorkst, dass ich wie ein Mann geworden bin. Alles, was ich an ihnen bewunderte, bei mir haben sie es gehasst. Rücksichtslosigkeit, Überheblichkeit, Starrsinn, Gefühlskälte und Grausamkeit.” So beginnt das “Tagebuch eines Raubtiers”, und so schleicht die Heldin durch New York, den “Nebel aus Alkohol, Sex und Drogen”, verschlingt die Seelen kleiner Jungs in ebenso kleinen Happen und sichert sich auf ewig einen Platz in deren Geschichte, während diese zu Fußnoten ihrer Geschichte werden. Sie weiß, was sie will – einen schnellen Fick. Und kein Schoßhündchen. Schließlich, in L.A., wird ihr Begehren immer maßloser.
Frau Lunch nimmt kein Blatt vor den Mund, dafür ihre Erzählfigur jedoch diverse Körperteile in denselben. Dieses Buch ist sehr explizit, dementsprechend tut es auch weh beim Lesen. Sicherlich ließe sich “Paradoxie” – übrigens der bislang einzige ins Deutsche übertragene Text Lunchs - als pornografisch abtun. Bei genauem Lesen kippt die Perspektive, und man wie frau erkennt ein drastisches politisches Statement.
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