BEWERTEN
 

Eugene Chadbourne

»Young And Innocent Days«

[Swamp Room]

Text: Autor unbekannt

Dr. Eugene Chadbourne, einigen sicherlich noch ob seines Werkelns als Shokabilly-Mastermind oder des mit Evan Johns verfassten Countryblues-Bastards “Terror Has Some Strange Kinfolk” bekannt, hat hier die Favoriten seiner Jugend eingespielt. Wohl dem, der sich eine solche Eskapade leisten kann, ohne ein mächtiges Fiasko zu provozieren. Was der promovierte Herr allerdings, redlich unterstützt von “Kentucky’s Finest Musicians” The Ut Gret, vermeiden konnte. Wer vermutet, dass die Sixties hier durch den Weird&Freakout-Sound-Fleischwolf gedreht werden, dass es eine Freude ist, hat’s getroffen: Songs wie “Epistle To Dippy” (Donovan), “Rejoyce” (Jefferson Airplane) “Hickory Wind” (Gram Parsons), “Get Off My Cloud” (Jagger/Richards) sowie Zappas “Mom & Dad” und andere Niedlichkeiten sowie Füllwerke mehr wurden - inmitten eines munter-psychedelischen, Songstrukturen zuweilen auflösenden Treibens, gelegentlicher Muckerdaddeleien und fließender Übergänge - in ein präsentables Gewand gekleidet.

Wo der Melody Maker Eugene als “missing link between Hank Williams und Sun Ra” bezeichnet und damit einen allemal amüsanteren als den sich aufdrängenden Verweis auf die Grateful Dead anbietet, stehe man nicht abseits: jawohl, ganz bestimmt irgendwo dazwischen spielt sich dieses ab. Die Doppel-10-Inch präsentiert auch einen vom Meister gezeichneten netten Comic mit Linernotes, die Gedanken und Anekdoten zur Auswahl mitteilen.



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aus Intro #77 (September 2000)
 
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