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Ian Pooley

»Since Then«

[V2 / Zomba / VÖ: 21.08.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Früher war der Ian Pooley mal eine kurze Zeit lang ein richtig wilder Bursche. Das war, als Achim Szepanski, Chef bei Pooleys altem Label Force Inc., die Parole “Wir lesen jetzt alle Gilles Deleuze und kämpfen für die Revolution” ausgegeben hatte. Alle Künstler des Labels trachteten plötzlich danach, so zu sein wie Alec Empire - der nämlich war Szepanskis Lieblingszögling. Ian Pooley spielte damals auf Fachhochschulfeten mit einem Mix aus Hardcoretechno und Punk auf, seine Stücke nannte er “Dancehall Killer”. Umso “gewaltfreier” und smarter gebiert er sich heute auf seinem wunderschönen zweiten Album “Since Then”.

Statt Deleuze “liest” Pooley heute Astrud Gilberto und Stan Getz. Brazil und Bossa Nova heißen seine Koordinaten, auf der neuen Platte noch viel mehr als schon auf seinem ersten Longplayer “Meridian”. Und Pooley arbeitet dabei sehr geschickt und schön mit versöhnlichen und charmanten Frauenstimmen, die ihm Kirsty Hawkshaw oder die Exil-Frankfurterinnen Rosanna und Zélia leihen. Das ist manchmal kitschig, aber immer mehr als okay. Ian Pooleys Musik macht unglaublich glücklich. Das ist auch schon längst alles kein House mehr, sondern richtiger Pop. Und Pop ist eh das Beste.



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