BEWERTEN
 

TESTCARD #8

»Gender – Geschlechterverhältnisse im Pop«

[Ventil Verlag, 289 S., DM 28,-]

Text: Autor unbekannt

Eine Schlagzeugerin baut ihr Schlagzeug auf und trommelt ein wenig darauf herum. Kommt ein Techniker vorbei und fragt sie, wo der Schlagzeuger sei. Dies ist eine Zustandsbeschreibung der Geschlechterverhältnisse in der Popkultur, beobachtet und beschrieben in der Testcard. “Doing gender”, also die kulturelle Reproduktion von Geschlechtsrollen und -identität, die Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit in Bild, Musik, Sprache, findet täglich überall statt, insbesondere z. B. in den Medien. Der knackige Hintern im Musikvideo und die sich lasziv räkelnde Nackte auf dem Easy-Listening-Plattencover sind nur zwei Beispiele. In 20 sehr eigenständigen Beiträgen aus unterschiedlichsten Perspektiven männlicher wie weiblicher Autoren behandelt dieser Band die Frage, wie Frauen und Männer in der Popkultur in Erscheinung treten, wie Geschlechtlichkeit in der Welt des Pop verhandelt wird, wie z.

B. auch gerade die alternative Presse - als Gegenpol zu etablierten, kommerziellen, “patriarchalischen”, bürgerlichen Organen - mit Geschlechtsrollen umgeht, und möchte vermutlich dazu beitragen, dass endlich ein anderes Stadium beschritten werden kann als das, in dem Musikerinnen in Interviews ausschließlich dazu befragt werden, wie sie sich denn so “als Frauen” auf der Bühne fühlen. Eine sehr lesenswerte und inspirierende Ausgabe der Testcard! Kein Mädchenbuch für die “Blockflötenfraktion”, sondern interessanter Input für alle, die lesen können.



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aus Intro #77 (September 2000)
 
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