BEWERTEN
 

Bellatrix

»It's All True«

[Fierce Panda / VÖ: 12.09.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Es gibt Tage, an denen dieses ganze Mädchen-Ding ein guter Anlass zu sein scheint, ohne Umschweife und frohen Mutes zu altern. Tage, an denen es einfach nicht sinnstiftend sein will, klein und möglichst laut zu sein, beim Lippenpinseln über Orthographie nachzugrübeln oder über die beste Strategie, einen appetitlichen potenziellen Liebhaber effektvoll zur Strecke zu bringen. Doch an anderen Tagen sind die Einsichten aus der Betrachtung eines Kaugummis zwischen Schneidezahn und Zeigefinger von schlichter und einleuchtender Wahrheit. Zum Beispiel die, dass sich beim Lärm von Gitarren die Luft bewegen sollte wie beim beherzten Druck auf eine Dose Haarspray.

Dass ein Refrain süß und voll und indezent sein muss wie Erdbeeraroma und noch ein bisschen mehr. Dass Elektronik blubbern, zwitschern, plinkern und auch kichern kann. Und dass die Liebe einen immer dann in den Hintern beißt, wenn man es gerade am wenigsten erwartet. Bellatrix aus Island sind vier Frauen und ein Mann am Schlagzeug. Ihr Debütalbum schwankt unverdrossen zwischen dem fröhlichem Plärren süßer Melodien und einem Mund voll subtiler Dramatik, wohl wissend, dass man sich hier niemals entscheiden muss, weil diese Unentschlossenheit den Charme bedingt. Und aus der Stimme von Eliza Geirsdottir klingt bisweilen ein so eigenartiges Sehnen und eine Erhabenheit, dass sie die Endlichkeit des gedehnten Kaugummifadens und aller Mädchenhaftigkeit höchst gewandt überschreitet.



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