BEWERTEN
 

Brian Setzer Orchestra

»Vavoom!«

[Motor / Universal / VÖ: 31.07.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Der Ted-turned-to-Bandleader Brian Setzer führt mit seinem vierten BigBand-Album Rock’n’Roll erneut auf dessen Ursprung zurück: Entertainment. “Vavoom” swingt gewaltig. Zwar wird auch diesmal vornehmlich Omas Tanzmusik auf neu gebürstet, treibt ein fettes Schlagzeug das flockige, Zitat-beherrschte Soundbild voran, doch macht die 14 Songs so erfrischend, was in anderen Genres - außer Dancefloor und Electronica - noch immer Ausnahmezustand ist: das eherne Gesetz der schnöden Instrumentierung Gitarre-Bass-Schlagzeug gilt einen Furz. Auch wenn sich Setzer mit seinem Neo-Swing durch Jazz-Standards covert und mit “In The Mood” von Glen Miller sowie “Mack The Knife” von Kurt Weill ein wenig zu viel Pomade in die Tolle schmiert, er ist mehr als der James Last der Punk- und New Wave-Generation.

Wenn Rock in seinen fadesten Momenten noch schmissig war, zum Tanzen animieren wie bei Setzer tat er lange nicht mehr. Selbst wer den Ex-Stray-Cat-Frontmann für einen hoffnungslosen Retro-Rocker hält, dürfte anhand dieser Alben Hoffnung schöpfen, dass sich handgearbeiteter Rock in seiner ganzen Breite noch entwickeln kann. Dazu bedarf es keineswegs solch “Botschafter des musikalischen weichen Schankers” (Kai Luehrs-Kaiser, “Die Welt”) wie der Scorpions und der Berliner Philharmoniker mit ihrem “Moment Of Glory”.



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