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HGH

»Pignoise«

[Stickman / Indigo / VÖ: 26.06.2000 ]

Text: Autor unbekannt

HGH steht für Haugen, Gebhardt und Hagfors, drei Namen, deren mittlerer zumindest Lesern dieser Publikation ein Begriff sein müßte, spielt sein Träger doch auch Schlagzeug in der Rockband Motorpsycho. Hier nun zupft er Banjo, Zither oder Ukulele, während Haugen und Hagfors Dobro, Mandoline oder Kontrabaß schlagen, alles (fast) vollständig unverstärkt, um ein einziges Mikrophon stehend aufgezeichnet. Nicht unerwartet klingt “Pignoise” nach jenen urbanen Folkies, die sich in den Sechzigern auf die Musik ihrer Großväter besannen. Bluegrass und was eben sonst noch in den Bergen der nordamerikanischen Mittelgebirge gespielt wird, zwischen Whiskeyfässern und hölzernen Kirchen, in denen alkoholische Prediger wider den sittlichen Verfall wettern.

Mörder aus Herzensgründen, geisterhafte Banjo-Spieler und verlassene alte Trinker, unstetes Weibsvolk, stoische Einsiedler und biblische Bilder, seit jeher bevölkern sie die Weisen dieser Musik, wo das Leben einfach, aber hart ist, die Armut groß und drückend, jedoch ignoranter Fatalismus die Not stets in reine Tugend zu wandeln weiß. So auch hier, allerdings ohne asketische Pose, ohne puristische Restauration längst vergangener Folklore liebevoll virtuose Soli pickend und ergreifend davon knödelnd, wie die Risse in den Fensterläden der Form einer Landstraße gleichen.



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