BEWERTEN
 

Jimi Tenor

»Out Of Nowhere«

[Warp / Zomba / VÖ: 17.07.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Der Kino-Fan Jimi Tenor trägt anno 2000 ganz, ganz dick auf. Ein gewisser Hang zum Film Noir und zur Vertonung visueller Darstellungsformen wird dem mageren Glasbausteineträger ja schon länger nachgesagt. Auf seinem letzten regulären Album „Organism“ schien diese Glimmer-Seite des öfteren durch. Mit „Out Of Nowhere“ präsentiert uns Tenor endgültig die orchestrale Breitseite seines latent ironischen Geschmacks zwischen Bombast-Kitsch und Pop-Klassik. Noch einen großen Schritt weiter weg von der Tanzfläche entwirft, nein, komponiert der Michael Schumacher-Hasser eine variable und aufwendige Filmmusik ohne reale Bilder. Nur Screen Shots spazierten vor seinem inneren Auge vorbei.

Was da wohl alles zu sehen war? Einiges, so einiges. „Out Of Nowhere“ bietet nämlich Sounds von Jazz über Orchester bis zum Downbeat, die von Porno bis Apokalypse, von Liebesschnulze bis Science-fiction nahezu jede visuelle Ebene begleiten könnten. Ob Heavy-Gitarre, polnisches 60-Personen-Orchester, finnischer Pro-Cantor-Chor oder Gastvokalisten, hier wird geklotzt, ohne daß der Funk nun gänzlich verschwunden wäre, wie es „Hypnotic Drugstore“ oder das gar an Prince erinnernde „Spell“ belegen können. Dieser Finne ist komplett wahnsinnig. Dieser Finne ist der personifizierte Pop. Via Tenor durch das Glamour-Universum.



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