BEWERTEN
 

The Cameleons

»As High As You Can Do«

[16.05. - Manchester, The Witchwood / VÖ: 01.02.2007 ]

Text: Autor unbekannt

Es war schon ein recht eigentümliches Gefühl, so, als würde man seine Jugendliebe nach über einem Jahrzehnt wiedertreffen. Das Witchwood im Manchester-Vorort Ashbury ist ein Pub mit Konzertsaal. Maximal 250 Gäste finden hier Platz. Die Decke ist niedrig, das Ambiente schummrig und gedrungen. Das Konzert war wie alle vier weiteren, die Mark, Dave, Reg und John innerhalb dieser Woche gaben, restlos ausverkauft. Es war heiß und stickig. Die Wartezeit bis zum ersten Ton fast unerträglich. Eine fiebrige Vorfreude lag in der Luft. Die Armbehaarung gierte danach, sich aufstellen zu können, den ersten wohligen Schauer über sich ergehen zu lassen. Es kam, wie es kommen mußte: Die Band betrat die Bühne, und das Witchwood verwandelte sich in einen sprudelnden Hexenkessel.

Natürlich wurden die Texte mitgesungen: “In Shreads”, “Thursday’s Child”, “Mad Jack”, “Monkeyland”, “Soul In Isolation” - vertraut, frisch, energetisch, gefühlvoll. Die Band spielte sich und ihr Publikum in einen Rausch. Selbst der sonst so verschlossene Reg konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Wenn Briten eines beherrschen, dann, eine Band gebührend zu feiern. Vierzehn Jahre Trennung wurden in nur zwei Stunden vergessen gemacht. Als wäre es gestern gewesen, daß sich die “fab four” von ihren ihnen ergebenen Anhängern verabschiedet hatten: “Tomorrow Never Knows” – der Song als Fingerzeig. Was die Zukunft bringen wird, ist unklar. Zumindest zwei weitere Konzerte in größeren Hallen in London und Manchester waren für Juni geplant. Auch diese dürften ausverkauft gewesen sein: die triumphale Rückkehr einer der Kult-Bands der Achtziger. Ob sich die Chameleons auch bei ihren deutschen Fans zurückmelden werden, hängt davon ab, ob sich Reg, der schon in der Vergangenheit Probleme hatte, in der Öffentlichkeit zu stehen, davon überzeugen läßt, daß diese Band zusammengehört. Schreibt ihnen! Kontakt über www.redsun.de. Dort findet Ihr übrigens auch die Möglichkeit, das neue Album “Strip” (siehe Review in dieser Ausgabe) zu bestellen.



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aus Intro #76 (Juli 2000)
 
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