BEWERTEN
 

Mardi Gras. BB

»Supersmell«

[Boutique / Universal]

Text: Autor unbekannt

Schon der Titel des Vorgängers beschrieb vortrefflich den musikalischen Fraß, der unseren Lauschern da kredenzt wurde. Diese wiederum gingen gleichsam fliegen ob der rauhen Ursprünglichkeit des Gebräus von “Alligatorsoup”. Ganz in der Tradition der Marching Bands Louisianas schmeckt auch der Reptilsud von “Supersmell”: modrig erd- und jener besonderen Archaik verbunden, die die Musik des Mississippi-Deltas seit jeher auszeichnet. Assoziationen stellen sich gleich reihenweise ein: Man wird des bluesigen Ausdrucks eines Tom Waits gewahr, es klingt die instrumentale Phantasie der Lounge Lizards durch, und dann paart sich die fantastische Brass-Fantasy einer Dirty Dozen Brass Band mit der Intensität eines Albert Aylers.

Eine scharfe Sauce. Um so erstaunlicher, wenn man bedenkt, wer hier Löffel und Kellen schwingt, denn Leader dieser 13köpfigen Truppe mit acht Bläsern, zwei Trommlern und DJ ist der Mannheimer Sousaphonist Uli “Reverend” Krug. Und für die mireißenden Songs und Arrangements zeichnet ein gewisser Jochen “Doctor” Wenz verantwortlich. Totale Infizierung inklusive 100%iger Identifizierung nenne ich das. Zudem erfährt der sonst schwermütige New Orleans-Sound unter deren Fittichen eine stimmige Erweiterung mit Ska-, Funk- und Soul-Elementen à la Motown. Ein köstlicher Wurf mit animalisch-ekstatischem Drive.



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