BEWERTEN
 

Bentley Rhythm Ace

»For Your Ears Only«

[Parlophone / EMI / VÖ: 31.05.2000 ]

Text: Autor unbekannt

In einer Phase, in der Big Beat reichlich in der Krise steckt und Vordenker wie Intro-Autor Carsten Sandkämper ein (so es denn irgendwann kommen mag) neues Fat Boy Slim-Album bereits als Big Beat-Revival bezeichnen wollen - in so einer Phase tut es gut, durch verdiente Gangs wie Bentley Rhythm Ace mal wieder gesagt zu bekommen: ist alles nicht so schlimm, es gibt noch immer Oasen, auf denen laufen der steile Beat, die schräge Arrangement-Idee und der rücksichtslose Baß noch gut rein. Wie Öl. Und BRA machen auch auf ihrem neusten Output wieder Spaß. Der schräge Humor der beiden Masterminds Richard und Mike ist es auch, der jeglichen Vorwurf von das-ist-durch abschmettern kann.

Einst verarmt mit Pop Will Eat Itself, stehen die Briten gerade nach dem Wechsel vom Indie mit eingebauter Credibility-Maschine, Skint, hin zu breiteren Ufern gut da. Obwohl die Monty Python Bros des Big Beat es bei den Aufnahmen nicht immer leicht hatten: Streitigkeiten um die Rechte an Samples zwangen sie zu größeren Neu-Komponier-Aktionen, bei denen man dann kurzerhand selbst zur Tuba griff. Legenden überliefern zumindest folgende Sätze Richards über jenes Dilemma und das fast epische Verzögern, das \"For Your Ears Only\" erfuhr: \"It took ages. Like, when Mike had to learn the tuba, that took about an extra three months. I was like: 'C'mon, Mike, there's only three buttons on it!'\" Spaßvögel at work - und wer immer noch glaubt, die Zeit sei nicht reif für einen neuen Groß-Beat-Schub, der wird von diesem überschäumenden Werk Lügen gestraft - oder zumindest glänzend unterhalten.



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