BEWERTEN
 

Eminem

»The Marshall Mathers LP«

[Interscope / Motor / VÖ: 22.05.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Normalerweise werden weite HipHosen ja stilecht in ihrer ganz visuellen Pracht groß inszeniert: betont die Deepness der Straße und so - eigentlich ist es zwar eine Dekontextualisierung, da sie im Knast eben keine Gürtel benutzen durften (von wegen frühzeitiger Entlassung...) und deshalb die Hosen runterhingen; stellt sich nur die Frage, ob die Kids auf der Straße das \"unten sein\" mit den Kids im Knast demonstrieren wollen oder ob es sich einfach um einen Transfer mit Inhaltsverlusten handelt. Wie dem auch sei: Eminem sitzt also auf dem Cover dezent klein vor dem Eingang einer Holzhütte. Und was an diesem eigentlich unbeeindruckenden Foto wirklich beieindruckt, ist die Aura, die die Hose entfaltet.

So klein, so unscheinbar und dennoch der Mittelpunkt der Wahrnehmung. Ein Phänomen, das. Da ist der \"Kings Of HipHop\" - Aufkleber, den Jam FM auf der CD angebracht hat, genau das Gegenteil: eine fette, schwarze Faust (ob uns da jemand was von wegen \"guter HipHop ist schwarzer HipHop\" erzählen will - es wäre interessant, das zu verifizieren und genauer zu untersuchen, ob sich die Jam FM-Aufkleber auch auf den CDs deutscher, weißer HipHoper finden...) knallt dem Käufer entgegen. Eminem legt also nach, artikuliert sich wieder mächtig böse. Erzählt uns was vom Töten, Nutten, Drogen. Das geht schon ok. Eminem hat einen relativ eigenständigen Duktus entwickelt, dem man zwar die Einflüsse entnimmt, aber auch die deutlich individuelle Pißmarke anhört. In bester Bubblegum-Manier klönt er im Stop-and-Go-Rymuthus. Fett und für alle da - wer wüßte das nicht?



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