BEWERTEN
 

Jay Jay Johanson

»Poison«

[BMG / VÖ: 08.05.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Es regnet. Unaufhörlich. Zu behäbig schlurfenden Beats, verhangen wabernden Synthesizern, Knister-Samples und trübseligen Weisen auf dem Piano. Auch eingestreute Rhythmen aus Südamerika versprechen hier keine Heiterkeit. Nieselnde Melancholie, Leiden im Nebel, doch das große Melodrama bleibt aus. Johanson inszeniert seine elegischen Lieder liebevoll, fast ein wenig pedantisch und mitunter zu Lasten der atmosphärischen Dichte. Jedes Knacken, Ticken, Knistern scheint wohlüberlegt, alle Stimmung auch nach ästhetischer Perspektive gestaltet. Ein stilvoller Wandelgang durch die Trübsal. Dazu die Stimme: hoch, klagend, oft seltsam belegt, unentschlossen zwischen poliertem Schmachten und kehligem Frosch-Appeal.

Da laufen keine Schauer über die Haut, aber wehmütige Ergriffenheit stellt sich ein. Und ein Bild, das einfach nicht mehr weichen will: Vor einem dunklen Märchenschloß sitzt in einem Tümpel ein einsamer Frosch auf seinem Seerosenblatt und singt im Nebel sein trauriges Lied.



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