BEWERTEN
 

Big Star

»Nobody Can Dance«

[Norton / VÖ: 09.11.2006 ]

Text: Autor unbekannt

Eigentlich waren sie die einzig wahren Beatles-Nachfolger. Doch Alex \"the man called destruction\" Chilton gelang es nach 1974 (also dem Jahr, aus dem die vorliegenden Aufnahmen stammen) immer wieder, seine Songs derart zerfasern zu lassen, daß ungeschulte Ohren es schwer hatten, in ihnen brillante Pophits zu erkennen. Nicht so auf \"Nobody Can Dance\": hier sind eingängige Ohrwürmer genau das; hier gibt Chilton noch den junge Mann, der vor Freude, mit \"September Gurls\" einen der besten Pop-Songs ever geschrieben zu haben, nur so strotzt - ganz im Gegensatz zu dem Mann, der 1980 seine eigenen Songs auf \"Live In London\" bis zur Unkenntlichkeit zerspielt.

Weshalb diese CD auch idealer Einstieg ist in das Universum von Chilton und von Big Star, einer Band, die nie ein großer Live-Act war (allein die verstimmte Gitarre auf der 2. \"Gurls\"-Version!) - aber das waren die Beatles schließlich auch nicht. Die Songs - acht von einer Studio-Probe (März '74) und sieben live (Mai '74), allesamt Material von den ersten beiden Big Star-LPs plus Chilton/Box Top-Oldie \"The Letter\" - offerieren einen frischen, weil ungehobelten Sound und schließen damit die Lücke zwischen dem Power-Pop von \"No. 1 Record\" sowie \"Radio City\" und dem düsteren Meisterwerk \"Third Album / Sister Lovers\", auf dem man Chilton am Ende von \"Thank You Friends\" sagen hören kann: \"I did something wrong\" - ein Kommentar, der als Credo seines Lebenswerkes steht. Diese CD macht da allerdings eine Ausnahme.



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