BEWERTEN
 

Louis Philippe

»A Kiss In The Funhouse«

[XIII BIS / Indigo / VÖ: 25.05.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Ein Franzose spielt englische Popmusik. Das sollte nicht großartig verwundern, schließlich hat uns in den frühen 90ern schon der Engländer Bill Pritchard mit seiner frankophilen Ader in umgekehrter Richtung zu Tränen gerührt. So ein Austausch ist also gewünscht und bereichert fruchtbar das Zusammenleben auf Planet Pop. Louis Philippe - geboren als Philippe Auclair - schwimmt mit Mr. Pritchard auf dem selben Teich, auch sein Herz schlägt für Popmusik allererster Garnitur. Geflissentlich, als notorischer Melodiejäger mit chronischem Harmoniezwang, bastelt er seine Songs zusammen. Ihr Wiedererkennungswert liegt bei mindestens 95%, und nichts kann den schönen Schein trüben, denn hier entsteht eine neue Welt: Träume fließen, Schmerz und Leid weichen auf in vollendetem Schönklang, vor dem Hintergrund eines himmlischen Blau.

Was zur Vollendung fehlt, ist ein schwebender Engelschor, der mit jubelnden Stimmen den Frieden auf Erden verkündet. Ja, auch diese naiv-paradiesischen Sphären gehören zum wide open heaven of pop. Das empfinden auch andere Künstler wie Sean O'Hagan (High Llamas), Cathal Coughlan (Microdisney, Fatima Mansions), Dave Gregory (XTC), Richie Thomas (Jesus and Mary Chain) und Martyn Bates (Eyeless in Gaza), die mit Philippe ein kreatives Stück Lebensweg teilten. Die vorliegende 90er-Jahre-Compilation Philippes spielt ausgesuchte Songs vor, die mit Recht unvergessen bleiben wollen.



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