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Air

»The Virgin Suicide (O.S.T)«

[Source / Virgin / VÖ: 16.01.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Das Störende vorweg: Airs Soundtrack zu Sophia Coppolas Regiedebüt ist eines dieser Werke, die Dich - selbst nach dem zehnten Hören - nur an Anfang und Ende erinnern lassen. Für den Rest schleicht sich ein gewisser Ablenkungszwang ein. Solch ein Phänomen verdeutlicht aber nur, wie ernst Air die Anforderungen eines Soundtracks genommen haben: 'The Virgin Suicide' enthält bis auf das monumental traurige Eröffnungsstück 'Playground Love' nur Instrumental-Tracks, und die kommen eher fragmentarisch daher. Immer wieder die gleichen Themen tauchen auf und variieren. Kennt man den Film nicht (als Hilfestellung bietet der Soundtrack zum Ausklang den Epilog), läßt die Musik nur sehr vage Assoziationen von Schwermut und Einsamkeit aufkommen.

Das selbstgewählte Ende fünf jugendlicher Schwestern ist in seiner feuchten, überreifen Schwere nur erahnbar. Und doch haben Godin und Dunckel die Bilder voll in sich aufgesogen: Ihrer Musik wurde jegliche Leichtigkeit und Offenheit entzogen; hinter aller Schönheit und Opulenz lugt ein böses Geheimnis; dunkles im Hintergrund allerorten; jubilierende Flöten ersetzt durch Tenor'sche Knarz-Orgeln. Schaurig schön. Aber bitte: erst den Film anschauen und dann den Soundtrack als hörbare Erinnerung mit nach Hause nehmen.



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aus Intro #71 (Februar 2000)
 
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