BEWERTEN
 

William Orbit

»Pieces In A Modern Style«

[WEA / VÖ: 28.02.2000 ]

Text: Autor unbekannt
[9 Kommentare]

Schon einmal brachte William Orbit, Hans Dampf in allen Gehörgängen (verbrach Sting-, Gabriel-, Prince-Remixe sowie Madonnas „Ray Of Light'-Album und auch ein paar zugegebenermaßen tolle Songs auf Blurs „13' usw.), Teile dieses Albums unter einem seiner vielen Projektnamen „The Electric Chamber' heraus. Äußerst delikates Terrain, auf das er sich hier wagt: elektronische Interpretation klassischer Werke. „Nenn es nie Ambient', gibt er der Kritikergemeinde mit auf den Weg. Wahrscheinlich aus Angst, als Eno-Nacheiferer geoutet zu werden. Dabei kann man das Album, ein ärgerliches Säckchen voller Fahrstuhl- und Casiosounds, auch ganz anders beschreiben: Plucker, plucker, pieps, fieps.

Samuel Barber würde sich fliehenden Fußes zum stillen Örtchen begeben ob dieser dreisten, aller Dynamik beraubten blechernen Synthetisierung seines „Adagio For Strings'. Henryk Gorecki kann unmöglich ruhigen Gewissens zur Weichspülung seiner „Pieces In The Old Style' ja gesagt haben. Plucker, fieps, dängel. Ich will es gar nicht Ambient nennen. Mir fällt noch etwas ein: „Buck Rodgers', ein supertrashiges Sci-fi-Komödchen von ‘82. In der Tanzszene am Hof des Imperators Schießmichtot läuft Musik, wie sie sich Soundtrack-Verbrecher in den 80ern jenseits des Jahres 2000 vorstellen. Hier schlummerten Tonnen von Inspiration für „Pieces In A Modern Style', plucker, fieps. Oder: Jean-Michel Jarre hört das hier vorm Schlafengehen. Oder: Die Tracks sind jetzt auf Platte erschienen, weil sie als Demo-Stücke für die neue „Akai'-Kollektion durchgefallen sind. Alle mit im Boot, alles im Eimer: der olle Vivaldi, Händel, Ravels Maurice, Eric Satie (hätte nie auf fluffigen Korg-Layer-Schwaden dahingleiten wollen!!!) und - festhalten, Presseinfo - „der größte deutsche ROMANTIKER Beethoven'. Na, hab’ ich es Ambient genannt? CARSTEN SANDKÄMPER



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  • User: Sören
  • Sören 09.05.2002 | 04:46:48
    Tiki-Taka-Taliban.
    in der tat ganz furchtbar. warum hört man sich nicht einfach die originale an?
    einer meiner schlimmsten fehlkäufe.

  • User: jebu
  • jebu 09.05.2002 | 14:12:29

    *nicktsörenzustimmendzu*

  • User: Misname
  • Misname 10.05.2002 | 15:59:32

    finde ich gar nicht, guter, respektabler Kitsch.....zunächst besticht die Auswahl weitgehendst,
    und Bethovens Streichquartet als luftiges Synthieflirren ist doch superb...nun gut Brian Eno hatte bei Discret Music schon mal die gleiche Idee, aber so what...

  • Flrn 10.05.2002 | 16:11:01

    Jetzt wollt ich gerade schreiben: Au backe, der Sören schreckt aber auch vor gar nix zurück. Gerade nochmal Glück gehabt!

  • User: Sören
  • Sören 10.05.2002 | 19:27:59
    Tiki-Taka-Taliban.
    genau dieser halbsatz hat mich davon abgehalten, der kritik voll und ganz zuzustimmen.

  • User: Mas
  • Mas 10.05.2002 | 19:37:07
    ”Thank you very many.“
    Also, insgesamt keine großartige CD, aber ein paar Stücke finde ich gar nicht so schlecht.
    Mir gefällt sogar der Remix von Samuel Barbers Adagio for Strings, obwohl das sonst nicht so meine Musik ist.

  • User: Sören
  • Sören 10.05.2002 | 19:52:47
    Tiki-Taka-Taliban.
    mag sein, daß man ein paar stücke ertragen könnte, aber warum sollte man, wenn die originale doch alle unendlich viel besser sind?

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