BEWERTEN
 

Mice Parade

»Ramda«

[FatCat / EFA / VÖ: 30.09.1999 ]

Text: Autor unbekannt

„No Samples!' steht ganz dick auf dem Beipackzettel und will betonen, daß die unzähligen, clever übereinandergeschichteten und zart verwobenen Sounds eben gerade nicht in aller Ruhe am Rechner editiert und zusammengeschoben worden sind. Also keine „elektronische' Arbeitsweise, sondern geduldige Studiobastelei inklusive cleverer LoFi-Tricks und Dub-Magie. Dahinter steckt dann auch ein „echter' Drummer, denn sonst schwingt der New Yorker Adam Pierce bei der Dylan Group die Sticks. Auf „Ramda' beweist er nicht nur Gespür für abstrakte Rhythmusstrukturen sondern auch für charmente, leicht brüchige Gitarrenteppiche und andere eindrucksvolle Soundscapes.

Dabei klingt Mice Parade deutlich lockerer und unverkopfter als die Kollegen von der Chicagoer Post-Rock Baustelle. Leichte, exotisch angehauchte Melodiebögen, zartes Klimpern, Gongtöne, Koto und plärrende Synths über Ethno-Percussion spannen sich über die Tracks. Es flirrt, dröhnt und echot ein wenig, wobei das meist fast dubbig verhallte Schlagzeug nicht unbedingt die dominierende Rolle spielt. Dafür sind es die sehr miniaturmäßigen Skizzen auf den unterschiedlichsten Saiteninstrumenten, die in kurzen, handgespielten und daher charmant holprigen Loops die Grundstimmung der meisten Tracks vorgeben. Klingt sehr zurückgezogen, aber das haben so ungeheuer vielfältige Liebhaberbasteleien zwischen Folk, Ambient und Electronica meist an sich. Und in der charmanter Natürlichkeit steckt sogar ein nicht unerhebliches Pop-Potential, das zu entdecken lohnt.



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