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XTC

»Homespun«

Text: Autor unbekannt

Alles schon mal dagewesen. Wenn auch nicht so. XTC schicken uns nur ein halbes Jahr nach VÖ ihres wunderbaren „Apple Venus'-Albums dessen Demo: gleiche Songs in gleicher Reihenfolge, identisches Artwork in der Handarbeitsversion und – anders als beim fertigen Produkt - ausführliche Linernotes von Partridge und Moulding zur Entstehung der Songs. Was natürlich besonderen Spaß macht, wenn man womöglich nicht nur deren finale Versionen, sondern XTC im allgemeinen ein bißchen besser kennt. Abgesehen davon, daß die Songs auch in diesen rohen Versionen nichts von ihren exorbitanten Qualitäten einbüßen, also vor allem ein Fan-item inkl.

hübscher Schrulligkeiten wie zwei knapp einminütigen Ausschnitten aus offenbar ersten Skizzen von „I’d Like That' und „Harvest Festival' mit einem Textfragmente summenden, murmelnden Andy Partridge. Ein Hauch von Homestory. Was von Wohnzimmer scheint auch das „Shuba’s' zu haben, ein kleiner Club in Chicago, in dem Pere Ubu an einem day off während ihrer ‘91er-US-Tour nichts Besseres zu tun hatten, als ein Konzert zu spielen. Ohne Elektronik und - weitgehend - Elektrik, in anheimelnd schnarrender Klangqualität, geben die Herren Maimone, Feldman, Jones, Krauss und ein ausgesprochen wohlgelaunter David Thomas auf „Apocalypse Now' eine ordentliche Runde durchs Repertoire (inkl. Spontanversion des Stooges-Klassiker „I Wanna Be Your Dog') von ‘78 bis ‘91, von „Non-Alignment Pact' („Play it again!' ruft ein Zuschauer) über „Misery Goats' bis zu „Life Of Riley'. Ein wunderbares, in mehrfacher Hinsicht besonderes Dokument. Einen ganz und gar anderen, seltsam unfertigen Eindruck hinterläßt „Mirror Man', ein Mitschnitt des ersten der zwei Akte von „Disastodrome!', eines Musiktheaterprojektes, das David Thomas in der illustren Besetzung Bob Holman, Linda Thompson, Peter Hammill, Robert Kidney, Keith Moliné und Andy Diagram (a.k.a. Two Pale Boys), Chris Cutler u. a. im April ‘98 in der Londoner „Queen Elizabeth Hall' inszenierte. Und damit natürlich, in Gestalt seiner ureigenen Themen – Suche, Hiersein als Dasein oder Wosein im Überall und Nirgends –, sich selbst: Geschichten zwischen Bitterkeit und mittelbarer Komik, die Atmosphäre ist bestechend bis bereichernd, die Ausführung ausgezeichnet, und dennoch bleibt man seltsam unerfüllt zurück und stellt sich Fragen (Was ist mit Act 2? Kommt der noch? Und wenn ja, warum nicht gleich zusammen mit „Act 1'? Wäre das nicht besser?), deren unvermeidbare Banalität den metaphysischen Zauber der inhaltlichen Substanz erheblich beeinträchtigt. Bleibt zu hoffen.



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