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Michael Hutchence

»Michael Hutchence«

[V2 Records / Zomba / VÖ: 18.10.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Wenn jemand stirbt, bleibt immer etwas über. Wenn bedeutende Rockstars sterben oder verschwinden, ist das fast immer eine „neue' Platte. Ob Freddy Mercury oder Richey James (Manic Street Preachers), alle haben sie zu Lebzeiten auf Halde produziert. Michael Hutchence war da keine Ausnahme. Bis drei Tage vor seinem mysteriösen Tod in Sydney im November ‘97 arbeitete der INXS-Sänger an neuen Stücken für seine Galant-Rockband für das Soloalbum. Schlicht „Michael Hutchence' ist es betitelt; ein spektakuläres Erbe, große und kleine Freunde (Bono Vox, Joe Strummer, Denise Johnson) haben ihre Initialen auf dem Notenpapier im Kondolenzbuch hinterlassen.

Das Resultat ist erstaunlicherweise weder zerrissenes Flickwerk, noch ein neues INXS-Album. Selbst ist der Michael, und so ist sein Nachlaß das komplette Gegenstück zu vorigen Scheiben. Deutlich nachvollziehbar ist die post mortem professionell inszenierte Schwere für den angezeigten Grusel-Effekt. Große Popmusik ansonsten, stark gefühlslastige Balladen neben energischem Rums-Rock, Herr Hutchence bleibt stets im Vordergrund – insofern hat sich nichts geändert. Darf es ja auch nicht. Die Produktion (Danny Saber, Andy Gill) hängt gewiß nicht am seidenen Faden, vielmehr an etwas stabilerem - einer Gürtelschnalle etwa, und den nicht wenig aufschlußreichen Texten, für Hutchence offensichtlich immer auch Selbsttherapie: Aus erster (und zweiter) Hand erfährt man, weshalb everybody’s darling Paula Yates und mit wem, Bob Geldof nämlich, und der ist jetzt natürlich der Arsch. Wundervoll, daß manche Dinge im Leben auch nach dem Tod noch nicht vorbei sind.



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