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»Comin’ Full Cycle: Breakbeat Era, MC Dynamite, DJ Die, DJ Suv, Krust, Roni Size u. a.«
[20.08. - Köln, Alter Wartesaal]
Text: Autor unbekannt
Leonie Laws polarisiert auf der Bühne wie kaum eine zweite: die Sängerin des hitträchtigen Reprazent-Nachfolgeprojektes aus dem bewährten „Full Cycle'-Haus in Bristol hat eine Stimme, die man entweder liebt (so wie ich und viele, viele andere) oder anstrengend findet. Ein eigenwilliges, mächtiges Organ, das so gar nichts gemein hat mit der üblichen Rollenverteilung „Männer schrauben an Geräten, hübschen Frauen, elfengleich, schmachten'. Denn die Frau kreischt, preßt, schnaubt und dröhnt. So richtig hübsch ist sie sympathischerweise auch nicht, eher cool mit ihren 34 Jahren, eigenwillig und charakterstark. Eine interessante Kombination. Und an elektronischen Klangquellen schraubt bei Breakbeat Era auch niemand rum.
Es wird live musiziert - so richtig mit Baß, Gitarre, Schlagzeug und höchstens einigen Synthie-Soundeinspielungen. Das transferiert die Drum’n’Bass-Errungenschaften in neue Formate (Lieder!) und macht trotzdem ordentlich Spaß und Druck, auch wenn der Schlagzeuger nicht ganz mit einer Festplatte mithalten kann. Die Songs tragen das Konzept. Und das kann, als Pop, nicht als Ansammlung von DJ-Tools, noch größer werden als Reprazent 1997. Die Erschaffer dieser Werke, DJ Die und Roni Size, hielten sich bei dieser zweiten Kölner Live-Aufführung des neuen Crew-Spin-offs denn auch weise im Hintergrund.
Auch wenn der „Full Cycle'-Abend im wunderschönen „Wartesaal' von diesem Auftritt bestimmt wurde - Konzerte sind für viele immer noch etwas anderes, Vollwertigeres als ein Künstler mit einem Haufen Vinyl-Rohmaterial hinter zwei sich drehenden Scheiben -, pusteten die zugehörigen DJs die Menschenmasse vorher und nachher richtig fett in Bewegung. Vor allem Krust überzeugte mit ganzen Batterien weirder Acidsound-Tracks und handwerklich perfektem Mixwerk, und MC Dynamite hat eh die smarteste Stimme von allen. Mein persönlicher Höhepunkt war allerdings Posse-Chef Roni Size, der an den 1210ern ein grandios gebratztes Oldskool-Set mit mächtigen Rollern und keinem noch so kleinen Quentchen Two-Step hinlegte. Hat gerockt wie schon lange nicht mehr. Wenn auch etwas zurechtgestutzt - Drum’n’Bass lebt weiter.
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