BEWERTEN
 

Michael Schirner

»Pope«

[Chicken Rec. / Koch / VÖ: 16.07.1999 ]

Text: Autor unbekannt

„Öha, Gerät kaputt!' denkt man, und während man, auf dem besten Wege, den Finger auf die open/close-Taste des CD-Players zu setzen, noch schnell ein Auge aufs Display wirft, merkt man: Aha. Soll so. „Die Idee zu Pope ist einfach: Wir spielen Stücke, die wir mögen, und zerstören sie, so gut wir können. Die ersten zehn Stücke sind soft, der Rest hardcore', wird in den Linernotes erläutert, was hilfreich scheint, aber eigentlich nicht viel nützt, wie auch diese unaufhörliche Aneinanderreihung von Zerhackstücken und -stückchen selbst völlig einerlei erscheinen läßt, ob es sich dabei um extrem durchkonstruierte Dekonstruktion handelt oder mathematisch exakten Designer-Hackepeter.

Irritation beschränkt sich auf den o. g. Effekt und verwandelt sich im Handumdrehen zu knatternder Langeweile; kreativer Drang, Inspiration oder gar Leidenschaft sind nicht vorhanden. Wie auch. Dieser Pope ist ein Werbepapst, Michael Schirner, der „Beuys der Reklame' (sic!), ein ca. Mittfünfziger, der vermittels extrem flexibler Kreativität in Form einiger brillianter Kampagnen (ibm, Pfanni, Stern, taz, Zimbo, Aids, WDR, ARD&ZDF ...) in der Welt der Werbung durchaus Beachtenswertes erreicht und (nach Projekten in den Bereichen Theater, Kunst und Literatur) nichts zu verlieren hat als vielleicht ein bißchen Langeweile, Personen wie Suppi Huhn, Jan Kazda, Diedrichsen sen., Andreas Dorau und Inga Humpe rekrutierte und at the end of the day nichts zustande gebracht hat als laues, antiseptisches, dummes Zeug. Der Squarepusher würde sich totlachen.



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