BEWERTEN
 

Groove Armada

»Vertigo«

[Jive / Zomba / VÖ: 04.08.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Im Grunde eine ziemlich überstrapazierte Konstellation: zwei angeblich multitalentierte DJs, der eine ehemaliger „Young Jazz Musician Of The Year', der andere ein ehemaliger Gitarrero, dem seine sechs Saiten zu langweilig geworden sind, finden sich aufgrund ihrer gemeinsamen Liebe zu Disco, House und Funk beim Plattenauflegen zusammen. Bei augenblicklicher Lage sollte das allein höchstens noch zu mildem Abnicken führen. Auch Untergrund-Frontleute und Puristen dürften mit „Vertigo' so ihre Probleme haben, denn hier scheint die übliche Mischung aus Jazz-Geschmuse und hippen Downbeats verarbeitet zu werden, die man auch sonst überall vorgesetzt bekommt.

Aber Vorsicht! Wer vorschnell so urteilt, verkennt das große Pop-Potential von „Vertigo'. Denn unter der glatt polierten Oberfläche der laxen Beats und säuselnden Streicher warten wirklich tolle Melodien, um einen sicher durch den Tag zu bringen. Groove Armada zeigen sich nämlich an keiner Stelle abgeschmackt, sondern verstehen ihre Tracks in jedem erdenklichen Flavour zu würzen. Ruhiger HipHop-Flow bei „Whatever, Whenever', hypnotische Minimal-Grooves wie „Serve Chilled' oder echte Leinwand-Epen wie „At The River'. Angenehm zurüchhaltend, selbstsicher und mit einem tiefen Verständnis für Sounds und Timing, zeigen Groove Armada, wie man trotz BigBeat-Wahn recht dezent bleiben und trotzdem auf die Charts zielen kann. Und das ist auf jeden Fall die cleverere Alternative.



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