BEWERTEN
 

TRICKY

»Juxtapose«

[Mercury / UV / VÖ: 16.08.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Unvorhersehbar und undurchschaubar sind die Wege Trickys stets gewesen. Das hat auch auf seinem vierten Album, nur ein Jahr nach dem beunruhigenden Vorgänger „Angels With Dirty Faces', seine Gültigkeit. Der Opener „For Real' (mit Sitar-Intro und viel Gitarren) klingt überraschend homogen und driftet fast schon in klassische Blues-Gewässer ab. Trotzdem knödelt Tricky zusammen mit Partnerin Martina immer noch das Lied von der bösen Plattenfirma, dem schweren Leiden als Star und anderen psychotischen Windungen der Wirklichkeit. Im zweiten Track „Bom Bom Diggy' wird er bereits durch Schnellfeuer-Raps flankiert, über deren Urheber sich sowohl Weißmuster als auch Info leider ausschweigen.

Ein paar schweinische Metal-Guitarsamples und sinfonische Abzweigungen weiter haben die Breaks und das lasziv-mysteriöse Geraune Trickys bei „She Said' wieder die alte Paranoia entwickelt. Die zweite Hälfte ist insgesamt überzeugender: überraschend behende Lyrics bei „I Like Girls', der eindringliche Industrial-Metal-Hop von „Hot Like A Sauna' und mein persönlicher Favorit „Call Me', ein hypnotischer, blueslastiger Minimal-Schmachtfetzen, der direkt unter die Haut geht. Der abschließend hohe Goth-Faktor bei „Wash Away' nimmt gar Echos von frühen Joy-Division-Aufnahmen auf. Und selbst wenn Tricky hier für seine Verhältnisse überraschend viel HipHop und Pop getankt hat, ist „Juxtapose' immer noch ein Album, mit dem man nicht unbedingt längere Zeit allein sein möchte.



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