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»There’s A Poison Goin On«
[Pias / VÖ: 16.07.1999 ]
Text: Autor unbekannt
Ein neues Album, das so neu schon gar nicht mehr ist, da es bereits seit Monaten auf der P.E.-Homepage heruntergeladen werden konnte. Komplett. Geistigen Diebstahl (denn als solchen mögen P.E. die Modalitäten ihres bisherigen Vertrages mit „Def Jam' empfunden haben) beantworten die „Revolutionaries Of HipHop' lieber konträr und endgültig: freier Zugang für alle! Diese Art von - in diesem Falle mag man sagen - „Informationspolitik' kann sich in Zeiten von HipHop als Millionengeschäft nur erlauben, wer entschlossen und zielstrebig (s)eine Linie vertritt. Darum konnte ein solcher Vorstoß auch nur von einer Band kommen, die bis ins Letzte für diese Attribute steht: von Public Enemy! Bevorstehender Jahrtausendwechsel, allerorten als besonderes Ereignis verkauft (was so letzten Endes wohl doch nur eine diffuse Zukunftsangst kompensieren soll), mag zusätzlich bestimmender Faktor sein, wenn es gilt, noch einmal zurückzublicken und einen ganzen Korb voll schmutziger Unterhosen zu waschen.
Genau das geschieht hier nämlich; dieses Album ist voll von Aussagen und Andeutungen, die kaum einen Fleck auslassen. „Do You Wanna Go Our Way' stellt dabei so etwas wie ein eröffnendes Manifest zum gegenwärtigen Zustand von HipHop dar, und schon mit der dritten Textzeile „It takes a nation of sellouts to keep us back' ist alles gesagt. „Swindlers Lust' schlägt einen ähnlichen Tenor an und richtet sich leise, aber vehement gegen die Ausbeutung schwarzer Musik durch die Jahrzehnte ihrer Geschichte: „This goes out to (...) everybody tryin’ to get paid from what they put in'. „41:19' wiederum ist so etwas wie eine Entsprechung zu „911 Is A Joke' (vom „Fear Of A Black Planet'-Album), nur daß es hier um die Art und Weise polizeilicher Exekutive geht, zu der gerade Flavor Flav ein sehr persönliches Verhältnis haben dürfte. Quasi als Bonus gibt es einen superflüssigen Partytrack mit dem beziehungsreichen Titel „What What' - damit das Ganze trotz aller Ernsthaftigkeit auch ein bißchen Spaß macht.
Insgesamt gesehen wirkt das Album in sich sehr verhalten. Das eruptive „Bring The Noise' von einst ist zu einer inneren Kraft geworden, die zwischen den Zeilen steht und dem Ganzen seine Größe, Kraft und sein Gewicht verleiht. Der innere Prozeß des Älterwerdens. Damit ist „There’s A Poison Goin On' ein wirklich starkes P.E.-Album (vielleicht nicht das stärkste, aber so etwas mit Bestimmtheit zu sagen ist eh unmöglich), und das nicht nur wegen seines unglaublich perfiden, doch wahrscheinlich leider zutreffenden Covers. See and you will listen. Das gilt dann natürlich auch andersherum.
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The_Ig