BEWERTEN
Du hast bereits abgestimmt!
 
»USA 1998«
[R: John Carpenter; D: James Woods, Daniel Baldwin, Sheryl Lee, Maximilian Schell; 104 Min.]
Text: Autor unbekannt
An sich hätte man John Carpenter, einen der letzten übriggebliebenen wahren Genre-Regisseure, nach „Escape From L.A.', dem bescheuerten Wiederbelebungsversuch seines eigenen Kulthits „Escape From New York', locker abschreiben können, doch da entpuppt sich sein neuester Film, der hierzulande sogar einen richtigen Kinostart bekommt, als echte Überraschung. Und das, obwohl „Vampires' im Vorfeld bereits als „‘From Dusk Till Dawn’ für Arme' abgestempelt wurde, was höchstens daran liegen kann, daß es mal wieder um Vampire geht und auch dieser Film von einer deutlichen Roadmovie-Atmosphäre bestimmt wird. Eigentlich aber ist „Vampires' ein verdammt staubiger Western, versehen mit einer trostlosen Endzeitstimmung wie etwa in Richard Mathesons Roman „Ich bin Legende' und der darauf basierenden Verfilmung „Der Omega-Man' – auch wenn die Vorlage von einem John Steakley stammt.
Jack Crow (James Woods, wie bereits in „Another Day In Paradise' in schauspielerischer Bestform) ist der Führer einer vom Vatikan (!) beauftragten Vampirjägertruppe, die wie überall auf der Welt versucht, die sich stetig ausbreitende Seuche des Vampirismus einzudämmen.
Zu Beginn wird - als seltsam vorverlegter Höhepunkt - ein Vampirnest trockengelegt, ohne dabei aber Obervampir Valek, der mit Hilfe eines mysteriösen schwarzen Kreuzes die Weltherrschaft antreten will, zu erwischen. Früher als erwartet - und es Crow und Mannen recht ist - wieder auftauchend, dezimiert dieser die Truppe erheblich. Gore galore! Nur Jack Crow und ein weiterer Vampirjäger überleben - die finale Konfrontation läßt nicht mehr lange auf sich warten.
„
Vampires' wird nicht als Film mit dem besten Drehbuch der Dekade in die Filmgeschichte eingehen, darum geht’s aber auch gar nicht. Hier dreht sich alles um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, den Carpenter diesmal in ein cooles, düsteres Roadmovie mit überzeugender intensiver Atmosphäre, sehr guten, teils extrem blutigen Effekten und trockenem Humor verpackt hat. „
Vampires' ist sicher auch nicht Carpenters bester Film, zumindest aber knüpft er da wieder an, wo der Mann vor zwölf Jahren mit „Die Fürsten der Dunkelheit' aufgehört hatte. Hinzu kommen erstaunlich gute Schauspielerleistungen: neben Woods muß man besonders die nach ihrer Rolle in „Twin Peaks' als attraktive, aber leider tote Laura Palmer nicht mehr allzuoft auf der Leinwand gesehene Sheryl Lee als von Valek angesaugte Nutte, die sich langsam in eine Vampirin verwandelt, hervorheben; ebenfalls sehr nett Maximilian Schell als Vatikan-Pfaffe. Die Musik stammt natürlich wieder von Carpenter selbst, der uns diesmal mit einer netten Ry-Cooder-Soundschleife bedient, die perfekt zu den verstaubten Bildern dieses rundum gelungenen Genre-Streifens paßt. Das Horror-Genre liegt zwar immer noch auf der Intensivstation, gibt aber wieder leichte Lebenszeichen von sich.
Start: 08.06.
Artikel kommentieren
Diese User besitzen die Platte
-