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PELZIG

»Drive Busy«

[Kollaps / Supermodern / Indigo / VÖ: 25.06.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Nicht ganz zur Jahreszeit passend, weil ewig herbstzeitlos, ist das neue Album von Pelzig trotzdem die ganze Aufmerksamkeit wert. Denn auch diese typisch dauermelancholischen Zwei-Ton-Schrammeleien sind inzwischen, ausgehend von amerikanisch inspiriertem Indie-Spirit, ihren Weg der Verfeinerung gegangen. Neuerdings haben daher auch Sampler, Keyboards und Sequencer ihren Einzug in das repräsentative Ingolstädter Schlößchen gehalten, das der Band als Wohn- wie auch als Probe- und Aufnahmeraum zur Verfügung steht und das man mit der anderen süddeutschen Emo-Band, Slut, teilt. Im Grunde funktionieren die guten Laut-leise-Emotionsschübe aber immer noch zuverlässig, besonders wenn man mit soviel Überzeugung wie Pelzig ans Werk geht.

Die lassen sich gern mal etwas mehr Zeit, bauen lange Spannungsbögen auf simplen Akkordfolgen auf und frieren gelegentlich auch alles mal länger ein, um kurz vor dem erlösenden Durchbruch dieses spezielle Kribbeln und Ziehen im Magen voll auszukosten. Und man merkt: da will was raus. Hier wie dort. „Drive Busy' läßt sich viel Zeit mit dieser schleichenden Entwaffnung, konstruiert strudelförmige Melodieschleifen, die einen mit hinunterziehen. Pop ist das natürlich auch. Und durch die beiden Gitarristen Rainer Schaller und Rene Arbeithuber existiert auch eine personelle Überschneidung mit den Kollegen von Slut. Zwei großartige Bands unter einem Dach also, die hiermit einen blühenden Atmosphärenhandel aufmachen könnten.



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