BEWERTEN
 

ANDREA PARKER

»Kiss My Arp«

[Mo’Wax / Connected / VÖ: 02.07.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Der Fall Andrea Parker ist ein schwieriger: der musikalische Style der 27jährigen ist schwer greifbar, bei ihren DJ-Sets bewegt sie sich zwischen OldSchool-HipHop und Detroit-Electro, ihre „DJ Kicks'-Folge letztens sportete das beides plus Elektropop - und bei ihrem ersten Album „Kiss My Arp' benutzt sie schließlich all jene Stile nur noch als Unterlage für eine extrem eigenwillige, melancholische, unkategorisierbare Musik-Mixtur. Die lang erwartete LP bei den Berufs-Hipstern von „Mo’Wax' wird jedenfalls garantiert keine Hit-Platte: Sie spielt unentwegt Cello zu untanzbar-düsteren Electro-Hybriden, verliert sich teils in reinen Klangcollagen - und singt auch noch! Mit ihrer zarten, zerbrechlichen Stimme über schleppend-pochenden Beat-Skulpturen kann sie vielleicht noch bei der Björk/Portishead-Klientel Punkte machen.

Aber das Cello macht dann doch alles ein bißchen Gothic. „Ich bin einfach beim Cello hängengeblieben, weil es das traurigste Instrument ist', sagt die gelernte Cellistin. Wenn dann aber ein 40köpfiges Orchester eine opulente Klassik-Electro-Oper wie „Return Of The Rocking Chair' inszeniert, dann wird das alles auch mal ein wenig zu schwülstig. Zu düster zum Knutschen, zu traurig für den Sommer - ein großartig-schwieriges Album, daß Ihr bis zum Herbst auf Wiedervorlage legen solltet. Sonst wird das nie was mit den Baggerseen.



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