BEWERTEN
 

LES RYTHMES DIGITALES

»Darkdancer«

[Wall Of Sound / Connected]

Text: Autor unbekannt

Das Spiel mit der Erinnerung ist in bezug auf die Achtziger schon etwas Komisches. Persönlich ist das alles sehr verklärt: die Kindheit in der Kleinstadt und die Abende vor dem Radio, an denen man die Hitparade aufnahm. Platten hatten damals höchstens die großen Geschwister oder progressive Sportlehrer, die unsere Bandgymnastik mit \"brandheißen\" Breakdance-Platten unterlegten. Man stelle sich das vor: eine Horde Drittklässler, irgendwo in einer Turnhalle in Brake bei Bielefeld, hopst zu \"S.C.O.R.P.I.O.\" herum.
Viel älter als acht oder neun Jahre kann Jaques Lu Cunt damals auch nicht gewesen sein. Trotzdem klingt es heute, wenn er die Breakdance-Queen Shannon (\"Let The Music Play\") als Gastsängerin zu \"Take A Little Time\" ins Studio holt, als sei die Zeit stehengeblieben und er bereits damals mit der gesamten Coolness dieser Welt gesegnet gewesen.

Er kann sich sogar Späße erlauben wie den, Nik Kershaw pünktlich zu dessen eigenem Comeback-Versuch auf einem seiner Tracks singen zu lassen. Und auch der klingt noch wie vor fünfzehn Jahren, als wir am Cuxhavener Strand Dolomiti-Eis lutschten und \"Die Rückkehr der Jedi-Ritter\" für die tollste Sache des Sommers hielten.
Nostalgische Anwandlungen mal beiseite lassend, vergibt man gerne jede Albernheit, jedes Miami-Vice-Zitat, jede übergroße Digitaluhr und jeden synthetischen Plastiksound, den Les Rythmes Digitales hier im Dienste von Retro-Pop und Elektro-Funk ausbeuten. Und elegant bewegen kann man sich dazu natürlich auch. Tolle Platte.



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