BEWERTEN
 

THE BAD EXAMPLES

»Elektro-Tiki«

[Ata Tak / EFA / VÖ: 23.04.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Im Gegensatz zu den reduzierten, minimalistischen House-Rhythmen seines jüngsten Projekts Antonelli Electr. programmiert der Düsseldorfer Stefan Schwander seinen Drumcomputer bei den Bad Examples vor allem auf Samba, Rumba und Cha-Cha-Cha. Das liegt daran, daß die Bad Examples bereits seit 1995 als fünfköpfiges Bandprojekt zusammenarbeiten und dabei eigentlich schon immer an der Grenze zu Easy Listening und diverser Exotica operierten. \"Elektro-Tiki\" ist keine wirklich neue Veröffentlichung, sondern eine Sammlung von Bearbeitungen älterer Aufnahmen und eher eine Erweiterung des '97er-Albums \"The River, The Night, The Moon, Temptation And You\", welches bereits filmische Assoziationen zuhauf weckte.

Musik, die sich sowohl zu Hause auf der Couch als auch im Nightclub wohl fühlt, mit einem Haufen unterschiedlichster Heimorgeln aufgenommen. Ein Rhodes-Piano trifft auf Melodica und Vibraphone und spielt auf zum Mambo. Die Elektronik, die eigentlich nur noch eine Bonus-Rolle spielt, beschwingt sie trotzdem, diese seltsame Art von Lounge-Jazz, der altmodische Sounds und Rhythmen mit komplexer Soundästhetik, reduzierten Effekten und Percussionelementen kombiniert. Die Höhepunkte sind dabei sicher \"Das Malheur\" und \"Johnny Geht Von Bord\". Als Schnittmenge von Combustible Edison ohne Retro-Kitsch und Peter Thomas auf Acid sind die Bad Examples zwar nicht mehr ganz so ungewöhnlich, aber im Fall von \"Elektro-Tiki\" doch ganz besonders toll.



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