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SLEATER KINNEY

»"The Hot Rock"«

[Matador / RTD / VÖ: 08.01.2004 ]

Text: Autor unbekannt

Irgendwann zwischen 1997 und heute, irgendwo auf der Strecke zwischen dem frenetisch gepriesenen \"Dig Me Out\" und seinem Nachfolger \"The Hot Rock\" ging die Säge verloren. Vielleicht ganz en passant und gar nicht groß vermißt, weil es noch reichlich anderes Werkzeug gibt, mit dem man viel subtiler Kanten anlegen kann. Sleater Kinney sind immer noch direkt, unmittelbar, sparsam im Aufputz, dafür um so aufreibender in ihrer Rage. Doch eine eigenartige Schönheit, die einen relativen Mangel an Geschrei und tobendem Ungestüm zeitigt, hat sich breitgemacht. Der Opener \"Start Together\" poltert impulsiv ins Land, aber dazu klagt Corin Tuckers Stimme so durchdringend hoch, reizbar und mit fiebrigem Vibrato, daß es an den Nerven zerrt - von Mark und Bein mal ganz zu schweigen.

Dieselbe Stimme ergeht sich mit dem warmen Timbre von Carrie Brownstein in erlesenen Duetten und behutsamen Harmonien, die im balladesken \"The Size Of Our Love\" mit schluchzenden Geigen gipfeln. Doch Sleater Kinneys viertes Album gezügelt oder beherrscht zu nennen hieße, seine herausfordernde Energie zu leugnen. Es rockt zweifellos kraftvoll, aber mit einer guten Dosis hüllenloser Sanftheit, die beinahe schmerzlich ist.



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