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Low Res

»"Approximate Love Boat"«

[Plug Research / A-Musik, Hardwax, Groove Attack / VÖ: 27.11.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Die Musik der Zukunft wird anders sein als alles je Gehörte. Low Res scheint eine Ahnung davon zu haben, denn \"Approximate Love Boat\" auf dem Experimental-Label \"Plug Research\" sprengt mit seinem als Alien-Musikforschung getarnten Ethno-Funk, versetzt mit total verfransten Cut'n'Paste-Klangcollagen, alle Erwartungen, die Veröffentlichungen seit '95 auf \"Sublime\", \"R&S\" und \"Metroplex\", letzteres mit Altmeister Juan Atkins himself, möglicherweise entstehen lassen könnten. Ein fiktives Szenario: bei galaktischen Lauschübungen auf die mysteriöse Botschaft \"The Love Boat\" gestoßen, machen sich Außerirdische auf, den so bezeichneten Planeten, die Erde, und dessen Musik zu erforschen.

Nach erfolgreicher Mission geht auf der Rückreise etwas schief und das überall auf dem Globus gesammelte Material verloren. Die Alien-Musikanten sind gezwungen, das Gehörte aus dem Gedächtnis nachzukonstruieren. Gerne hätte man als menschliches Wesen differenzierte Begriffe für dieses Blubbern, Kratzen, Fiepen, und doch entsteht eine vage Ahnung von dem Erden-Aufenthalt der Aliens: Fetzen von Jazz, verhaltene, leise Passagen moderner E-Musik, ein zerhackter Swing-Groove, entfernte Chöre und Trompeten, polyrhythmische Beats. Eingerahmt von eiem Sound - ja, da müssen irgendwo auf dem Schiff wohl die Sicherungen durchgeknallt sein.
Schon etwas menschlicher, mindestens aber genauso abgefahren klingt \"View\", und das Vorgehen der Japaner Tatsuya und Eiji Yoshida dürfte ähnlich ausgesehen haben wie das der Alien-Forscher von Low Res: sammeln, was zu sammeln ist, und anschließend mit ganz viel Klebstoff zusammenkleistern, bei \"Jim & Betty\" z. B. den Klang eines afrikanischen Instruments mit dem Wählen einer Telefonwählscheibe. Rom=Pari bleiben aber trotz der clever ausgewählten exotischen Soundquellen immer auch nachvollziehbar, was ihre Tracks irgendwo zwischen naiven Kinderliedern, den melodiösen Momenten von Aphex Twin und den Klötzchenbeats von Squarepusher ansiedeln läßt. Klingt nicht selten komisch bis amüsant und hat insgesamt einen größeren Spaßfaktor als die völlig zerhackte Future-Musik der außerirdischen Kollegen. Aber wer weiß schon, wer wirklich hinter dem Geschwisterpaar aus Tokio steckt ...



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