BEWERTEN
 

MAXIMAL ECLECTRIC

»I. Gerade«

Text: Autor unbekannt

Neueinsteiger diesen Monat ist Steve Bugs \"Double Action EP\" (Poker Flat Recordings). Minimalized northern Housemusic combined with weird electronic sequences. Technoider denn je. Große Überraschungen auch aus dem Haus \"Honolulu United\". Toxic Twins Vs. Stashriders \"Heimatmelodie\" wendet sich in großen Teilen ab vom Ruhrpott-Sound of Discohouse und läßt relaxteren, sphärigeren und leicht jazzigeren Zeiten den Vorrang. Kein Monat natürlich ohne Oliver Lieb, der The Ambush wieder hat auferstehen lassen. Auf \"Grand Casino\" werden der Trance-Welt mit fluffigen Breaks und Lieb'schen Harmonien neue Perspektiven aufzeigt, die von ihm in der Art recht rar geworden sind.

Entgegengesetzt Sven Dohse: Greenmans \"Grudge EP\" (Superstition) nähert sich extrem dem Dasein als reines DJ-Tool an. Effektminimierung und Ausreizung des Vorhandenen - mit Ausnahme von \"Holistic\", daß noch in etwa einem Bedürfnis seiner angestammten Zielgruppe nachkommt. Das Album darf gespannt erwartet werden. Um bei gemeinen Distortion-Slammern zu bleiben: Ferro \"Fe.\" (Cellophan). Der Frankfurter zieht alle Register der Dreckige-Sounds-Kartei, bleibt dabei aber noch zurückhaltend genug, um nicht vornüber in den Sumpf zu fallen. Weniger schlammig behandelt Li Ve Sus \"Triptonite\" (Urknall) das Thema. Für das Debut des neuen Laels hat Robert Livesu Krach zu Rhythmus-Pattern verarbeitet und einer monotonen Bassdrum klassische Clonx mit dem simplen Ziel an die Hand gegeben, hier eine Funktionspuristen-Platte zu ergeben. Genauso mal wieder DJ La-Monde. Er war an der Reihe und hat sich mit \"Wasp 1-3\" (Monoid) direkt hinter seiner letzten EP mal wieder an die Labelspitze experimentiert. Weniger ist mehr, so sagt man. Läßt man lästige Hintergrundgeräusche weg und konzentriert sich einzig auf eine trockene und ausgefeilte Bassdrum, so kommt man schließlich zu Jeredam (Absense). Weniger geht nicht. Ohne diese Devise ist allerdings Tony Scott ausgekommen und wird Jahresanfangssieger. Percy X' \"User Friendly X\" (Soma) ist der bisherige Höhepunkt auf dem Techno-Pfad der Soma-Posse, ein Monster sozusagen. Ein fetter Bass, ein guter Loop, eine allumfassende Kulisse, ein Schuß Glasgow-Funk, was braucht man mehr. Steckt man aber viel rein und schichtet es andersherum, dann könnte dabei auch Present Carriers \"Format EP\" (Robot / Neuton) herauskommen. Man schreibe Format C: und warte auf die spannenden Ergebnisse einer konfusen Festplatte. Mit ähnlicher Absicht hat auch Mika Vainio seine Tat begangen: Tekonivel \"Gulab Jamoom\" (Tension Europe). Der Finne jedoch hat die Tanzbarkeit nicht ganz so sträflich vernachlässigt und sich neben zahlreichen extravaganten Störgeräuschen auch zu harmonisch soften Varianten der Elektronik hinreißen lassen. Womit wir bei der Kinderecke angelangt sind. Artist Unknowns \"Control\" (Disko B) ist aktuellste Stoff aus der Münchener Elektro-Hochburg, den man getrost als Retro einstufen kann. Relax-Maxxx und gleichzeitig ein wenig freuen über die eigene Kindheit, als die Bontempi der größte Wunsch war.



Artikel kommentieren
aus Intro #61 (Februar 1999)
 
  • Mehr Infos

  •  
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
Anzeige
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]