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Pearl Jam

»"Live On Two Legs"«

[Epic / Sony / VÖ: 07.06.2004 ]

Text: Autor unbekannt

Wer sich heutzutage zu dieser Band bekennt, tut dies mit Hinweis auf deren Authentizität. Eine Haltung, die nicht selten mit Verweisen auf die Bühnenpräsenz der Grunge-Veteranen untermauert wird. Ihre Konzerte umgibt ebenjene Aura, die Rockmusik auch in den ausgehenden Neunzigern funktionieren läßt und die Pearl Jam zu besetzen wissen - kulturindustrielle Verweigerung mit gleichzeitiger identitätsbildender Massenkompatibilität. Der Kampf gegen den amerikanischen Konzertmonopolisten \"Ticketmaster\" und die Verweigerung, Videoclips zu produzieren, sind nur zwei Beispiele. Zwei Musterbeispiele allerdings, die aufzeigen, wie die Band mit der von ihr vertretenen Haltung gescheitert ist.

Die US-Tour ohne \"Ticketmaster\" wurde zum ruinösen Draufleger, sie mußte abgebrochen werden, und mit Erscheinen von \"Live On Two Legs\" wurde zu \"Do The Evolution\" erstmals wieder ein Videoclip produziert. Ein apokalyptischer Comic-Kurzfilm, der eine sich selbst vernichtende Gesellschaft zeigt, indes keines der Bandmitglieder ... Pearl Jam verbergen sich weiterhin in aller Bescheidenheit hinter ihrer Musik. Aber auch diese ist auf \"Live On Two Legs\" zu einer Marginalie verkommen. Die Songs, ein Querschnitt aus den fünf Studioalben, sind allesamt lieblos runtergespielte Kopien der Studioversionen. Einzig bei \"F*ckin Up\" bricht die Elektrizität hervor, die Pearl Jam einst auszeichnete - bezeichnenderweise ein Neil Young-Cover! Ohne die unzähligen Bootlegs, die die wahre Live-Qualität von Pearl Jam dokumentieren, wäre mit \"Live On Two Legs\" ein Mythos gestorben!



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