BEWERTEN
 

Kemistry & Storm

»"DJ Kicks"«

[K7 / RTD]

Text: Autor unbekannt

Szenepolitik bei Drum&Bass wird ja schon seit jeher über Camp-Strukturen und Labelzuordnungen betrieben: Es gibt InHouse-Produzenten und -DJ-Armadas, die passenden Clubnächte und Labelcompilations sowie Styles, die direkt nach diesen Compilations benannt werden. Und wenn einer einen Mix macht, nimmt er Dubplates von Kumpels und Kollegen - it's a family affair. Nicht so die beiden Grandes Dames der gebrochenen Beats, Kemistry & Storm, bei ihrem Beitrag zur extrem empfehlenswerten \"DJ-Kicks\"-Reihe: als überinstanzliche Old-School-Heldinnen hatten sie es bei der Trackauswahl einfach nicht nötig, Jungs-Kindereien und Cliquenwirtschaft mitzumachen.

Statt dessen setzen sie auf Integration im Mix - und so sind hier von \"Formations\" John B. bis zu \"XLs\" Jonny L, von Goldie bis Decoder, von den harten \"Renegade Hardware\"-Repräsentanten bis zu den smarten \"Full Cycle\"-Spielern alle möglichen Lager in einem perfekten Mix mit charmanten authentischen Fehlerchen und durchgängig hohem Partyfaktor enthalten - eine der besten D&B-Mix-CDs überhaupt. Aber verglichen mit der grenzensprengenden Stilsammelei und Track-Liebhaberei der Vorgänger (bisheriger Höhepunkt: Rockers HiFi), ist das Ergebnis doch etwas schwächer geraten. Denn den beiden ging es um Aktualität und nicht um persönlichen Geschmack, eigentlich doch das Prinzip der Serie. Hier hätten etwas alter Ragga-Soul und ein paar Klassiker zwischen all dem Techstep wahre Wunder bewirkt.



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