BEWERTEN
 

Blondie

»"No Exit«

[Beyond / BMG / VÖ: 02.07.2001 ]

Text: Autor unbekannt

Tja, das ist so 'ne Sache für Leute, die schon alt sind. Nicht notwendigerweise so alt wie die Band (wobei die auch noch nicht an Krücken geht), aber zumindest schwer vorstellbar ist doch, wie jemand, der noch nicht lange genug lebt, um vor gut 16 Jahren \"dabei gewesen\" sein zu können, positiven Zugang zu diesem Album finden soll. Denn was den größten Teil der Platte erst zum Klingen bringt, ist die Nostalgie in den Ohren des Hörers. Nicht, daß sie wirklich schlecht wäre, da ist alles am rechten Platz, sauber und adäquat produziert von Craig Leon, der schon Blondies Debüt co-produzierte, Jimmy, Chris, Clem (+ die 2 Neuen) können's noch / wieder, und Deborah Harry singt, genaugenommen, besser denn je; alles recht - ordentlich! Und da liegt dann wohl auch der Hase im Pfeffer, denn ordentlich waren Blondie nie.

Ungewaschen, ordinär, verkokst, kitschig, schrill, manchmal überraschend reif, manchmal zum Umfallen komisch, klischee- und bei all dem immer extrem stilbewußt, das waren Blondie, das war und ist der Stoff (der einzige Stoff!), aus dem die exorbitanten Qualitäten von Blondies three-chord-wonders schlüpfen konnten wie Strass-Küken aus Ostereiern. \"Maria\" vom neuen Album ist so ein Song, großartiger, schillernder Blondie-Pop, positiv, absolut vorhersehbar und voller Licht; eine Widmung wie die von \"Under The Gun\" an den vor verstorbenen Jeffrey Lee Pierce, Sänger des Gun Club und größter Blondie-Fan aller Zeiten, ist immer zu goutieren, sympathisch, authentisch; \"Boom Boom In The Zoom Zoom Room\", swingend (wundervoll: Gasthupe James Chance am Saxophon) ist die andere Nummer, die wegen der Musik im Gedächtnis bleibt. Und das war's dann. Der Rest plätschert nett, spinnt manchmal etwas verkrampft und macht eben nichtsdestotrotz dem Freude, der, wie gesagt, den entsprechenden Background schon bald in den Gelenken spürt: \"Ey, das klingt ja wie [hier entsprechenden älteren Blondie-Songtitel einsetzen] ... !\" Aber so ist das eben mit der Popmucke - wenn aus jenen allwissenden Kindern Leute werden, dann hat das möglichst langsam zu geschehen, um ein vorzeitiges Erwachsen zu verhindern, was im Falle Blondie (mehr oder weniger bekanntermaßen) ja einige Zeit gedauert hat. Aber früher oder später erwischt's ja jeden, meine Lieben, und dann kann man sich auch noch besser tarnen als Aerosmith!



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
Blondie
Alle Artikel von Autor unbekannt
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
  • » Blondie - The Curse Of Blondie
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]

 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.