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The Gloria Records

»"The Gloria Record"«

[Crank! / Cargo / VÖ: 21.02.2005 ]

Text: Autor unbekannt

Es ist ja immer so eine Sache mit allzu emotional gearteten Bands. Entweder das Ganze klingt glaubwürdig und nachvollziehbar oder geht schnurstracks in die Hose, weil vollends mit Pathos und affektierten Gesten überfrachtet. Letzteres ist auch bei The Gloria Records nicht so ganz von der Hand zu weisen, die sich hier anschicken, die Nachfolge der nicht länger existenten Mutterband Mineral anzutreten. Von der verblüffenden Affinität zu (den scheinbar doch recht einflußreichen und kürzlich wiederauferstandenen) Sunny Day Real Estate mal abgesehen, fungiert auch in diesem Fall der Gesang als dominanter, treibender Faktor, mit dem alles steht oder eben fällt.

Auch wenn die Band kompositorisch ein nicht zu unterschätzendes Potential erkennen läßt, so ist die Kluft zwischen Christopher Simpsons überbordender, unnötig leidvoller Vokalakrobatik und dem Schalten und Walten seiner Mitstreiter einfach zu groß, zu einseitig, um überzeugend zu wirken. Nicht selten entwickeln Songs wie \"Grace The Snow Is Here\" in ihrem Bestreben um Aufmerksamkeit einen fast schon penetrant-unnatürlichen Beigeschmack, wodurch sich die ursprünglich sicher grundanständige, emotionale Extrovertiertheit letzten Endes doch nur als Bumerang erweist ...
Gefühlsbetonte Gitarrenklänge auch von Half Film aus San Francisco, einem äußerst verhalten agierenden Dreigestirn aus dem näheren Swell-Umfeld und gleichzeitig die erste Band seit Monaten, die uns den immer noch nicht so ganz verwundenen Bedhead-Split mit ihrem wundervollen Debüt \"East Of Monument\" für eine knappe Dreiviertelstunde vergessen läßt. Samten schimmernd entfaltet das Trio ein kinematographisch anmutendes Szenario neuer amerikanischer Behäbigkeit, das genauso klingt, wie der Titel vermuten läßt, und stilistisch zwischen Letztgenannten, L.A.s Radar Bros. und den ebenfalls in Frisco beheimateten Red House Painters liegt. Dabei verfolgen Half Film eine einheitliche klare Linie, um die oftmals versteckten Feinheiten dieser Musik präzise herauszuarbeiten: warme, driftende Gitarrenakkorde und geflüsterte Betrachtungen für die kälteste Zeit des Jahres, wenn einem so gar nicht nach Fastnacht ist, der Termin jedoch unaufhaltsam näher rückt, und man frustriert feststellen muß, daß der Weihnachtsteller nun wohl endgültig nichts mehr hergibt ...



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