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Dogslyde

»"Hair Of The Dog"«

[Intuition / VÖ: 28.09.1998 ]

Text: Autor unbekannt

\"Jazzrock\" - heute wohl eher Hemmschuh als Fortschritt. Clyde Sutcliffs fünfköpfige Band Dogslyde gibt dem aus zwei Genre-Bezeichnungen zusammengesetzten Wort eine aktuelle Bedeutung: breit angelegte Soundfelder (in \"Phoena\") bauen, einem steigerungsfähigen Bühnensketch vergleichbar, Spannung auf; ein Experimentierfeld zwischen den Markierungen Jazz und Rock.
\"Hair Of The Dog\" (will meinen: vertreibe den Kater am besten mit dem Haar des Hundes, der dich gebissen hat, sprich: dem letzten Getränk des Vorabends) stellt festgefahrenen, oft in reinem Wohlklang gefangenen Jazzrock in ein wirklich modernes Arrangement. Auch wenn in den Trompetenpassagen ein deutlicher Hard-Bop-Bezug durchschimmert, Dogslyde strebt zum swingenden Gestus tanzkompatibler Musik (\"Bussard Breath\").

Damit steht das Album in der Tradition einer neuen Crossover-Variante, die jüngere Jazzer verbreiten: Jazz aus den 70ern (Hancock, Corea, Coryell) in 90er-Rhythmusstrukturen zu verarbeiten. Zwar fehlt bei Dogslyde der Drum'n'Bass-Einfluß etwa eines Nils Petter Molvaer, statt dessen spricht Clyde Sutcliff aber eine eigene Sprache, die er für Solopassagen an seine jungen Mitspieler weiterreicht. Und die wiederum sind sich der Tradition des Jazz ebenso bewußt wie der allgegenwärtigen Einflußnahme des Rock. Wie so oft: die Mischung macht's.



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