BEWERTEN
 

Coldcut

»"Let Us Replay"«

[Ninja Tune / P.P. / VÖ: 25.01.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Eklektizismus galore, um hier mal ein Modewort einzubringen: Die \"Ninja Tune\"-Chefs Jonathan More und Matt Black a.k.a. Coldcut haben sich ihr letztjähriges Beats'n'Breaks'n'Basslines-Funk-Monument \"Let Us Play\" nämlich von einer wahrhaft stilübergreifenden Horde assoziierter und hinzugezogener Rhythmus-Aspiranten überarbeiten lassen. Und sind dabei zu wahrlich interessanten Ergebnissen gekommen. So schaddelt etwa der japanische Rollkragen-Pulli-Star Cornelius an \"Atomic Moog 2000\" rum, The Irresistible Force ambientet \"Panopticon\" oder J.Swinscoe nimmt sich \"Return to Margin\" im Betrunkene-Freejazz-Band-Stil seines toften Cinematic Orchestra-Projektes an.

Oder Carl Craig gibt \"Rubaiyat\" eine Infusion kühlen Detroit-Funks. Oder die Sycophants machen Britpop aus \"Noah's Toilet\". Höhepunkt ist aber ohne Zweifel der Shut Up & Dance-Remix von \"Every Home A Prison\": Wenn Jello Biafra seine Haßtirade zu düsteren Elektro-Breakbeat-Hybriden von Smiley schmettert, dann ist das, na? Eklektisch. Und als Dreingabe schmeißen uns die beiden Ober-Ninjas auch noch zwei Livetracks vom Sonar Festival/ Barcelona (\"Atomic Moog\") und aus Tokyo (\"Panopticon\") sowie zwei unveröffentlichte Track-Wurfsterne vor die Füße: Grandmaster Flash darf sich von Jungspund Strictly Kev (DJ Food) zeigen lassen, wo die Scratch-Harke hängt. Und Salena Saliva schnurrt Gedichte über ultrapräzises Schlagzeigspiel von Bernard Purdie während Coldcut Technik und Tapes manipulieren. Silcrash eben.



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