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»"Erste Worte Nach Bad Mit Delfinen"«
[NRW Records / NRW / VÖ: 28.10.2005 ]
Text: Autor unbekannt
Wieder eine Lieblingsplatte haben. Wieder Bedeutsames finden. Wieder Lyrisches bewundern. Wieder Nervosität verspüren, wenn sich die CD nicht wiederfindet, nachdem man sie blöderweise einen Tag lang nicht gehört hat. \"Hätte Sehnsucht Gewicht, wieviel Zentner wöge ich?\" Mit ihrer zweiten Platte stellen Erdmöbel ungemein persönliche Fragen und erzählen die Geschichten dazu. Direkt, verschlungen oder furchtbar alltäglich. Eingepackt in ästhetische Rock- oder wenigstens Gitarrenmusik, die sich nicht davor scheut, dem Gesang alle Türen sperrangelweit offen stehen zu lassen, wandern Erdmöbel vom typischen Popschema - noch auf \"Das Ende Der Diät\" das fast ausschließliche Schema - wohldosiert in die Welt der Loops und Samples, nicht, um sich darin zu verlieren, sondern Teppiche auszubreiten (\"Wette Unter Models\").
Das nicht lange, denn \"Remscheid\" bringt den Blues zurück. Gleichzeitig weiß die Band sehr poetisch eine Ballade wie \"Ich Weine\" mit der Melodiegestaltung eines Hank Roberts zu transportieren, als ob es nichts wäre. Ist es aber - Hut ab! Eigentlich hasse ich dieses Zappen durch die Musikgeschichte auf den Tod, ansonsten würde ich nämlich auch Fury toll finden, aber Kopf Markus Berges bewegt die Musik von Erdmöbel auf besondere Weise. Er \"triumphiert umgekehrt\", \"lacht in Moll\" und sagt das alles \"genau wie ich mir es wünsche\". Enttäuschter (\"Vergiß mich lieber woanders\"), ehemals von Liebe Besoffenener, Beobachter und Umschreiber. \"Tätowiert Von Innen\" präsentiert das unfaßbar endzeitliche Bild einer heroinabhängigen Supermarktkassiererin, einem \"innen bläulich schimmernden Palast\", auf ebenso unfaßbar zum Mitleiden animierende Weise. Bedeutsam eben. Natürlich hebt Skurriles wie \"Onkel Goldesser\" meine Welt nicht aus den Angeln, sondern läßt mich vielmehr recht verständnislos ob des merkwürdigen Geschichtsverlaufs zurück, dennoch tritt mit jedem Song mehr von \"Erste Worte Nach Bad Mit Delfinen\" in meine Welt und bleibt dort. Lyrische, fast pathetische Melodiebögen wühlen schon immer stark an der Kitschgrenze (bei \"So küßte sie\" hat David Gilmour das Gitarrensolo gespielt, da könnt ihr mir nichts vormachen!), der Gesamteindruck bleibt bei mir allerdings ein ähnlicher wie der, den Placebos \"Without You I'm Nothing\" nach den ersten Durchläufen hinterließ: Irgendwie sind da ganz altertümliche Sachen drin... finde ich total gut... warum nur? Nun ja, Placebo waren in meinen '98er Charts in den Top 5.
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