BEWERTEN
 

JONATHAN RICHMAN

»I'm So Confused«

[Vapor / WEA / VÖ: 26.10.1998 ]

Text: Autor unbekannt

Es ist nicht leicht, sich so etwas Leichtherzigem/-füßigem ohne Vorbehalte zu nähern. Denn zunächst ist der Hörer erstaunt über die zeitweise dünn erscheinende Produktion, die ebenso scheinbare Oberflächlichkeit der Texte, die eher lässige Instrumentalbeherrschung. Kenntnis des RICHMAN / MODERN LOVERS-Materials erleichtert den Zugang da schon erheblich, vor allem aber öffnet sich der naive Charme der Stücke unwiderstehlich bei mehrfachem Hören. Nicht nur, daß sich dadurch der Ohrwurmcharakter der Lieder eröffnet, auch macht sich die Liebenswürdigkeit gerade der fehlenden Gelacktheit der Produktion deutlich. Für diese war Weggefährte und Ex-CARS-Kopf Ric Ocasek verantwortlich, der zudem noch hin und wieder relativ dezente, vor allem nicht gerade teuer klingende Keyboard-Farbtupfer einstreute.

Ansonsten kommt RICHMAN mit der nackten Trio-Besetzung aus, die seine Gitarre und seine Stimme in den Mittelpunkt rückt. Mit dieser chargiert er dann, spielt Rollen, bleibt aber seinem weichen, fast schüchternen Ton treu. Trotz der Weichheit, die die Mischung aus Pop, Rock'n'Roll und RICHMAN-Reggae auch als Ganzes auszeichnet, ist die Platte nicht zu glatt geworden, gibt es immer noch ausreichend Anlaß, aus dem Polster hochzuschrecken. Spricht der Titel der Platte noch für das, was der Ersthörer empfinden dürfte, erschließt das Zweithören den Reiz, das Dritthören gar eine gewisse Unwiderstehlichkeit.



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